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Wirtschaft 18.08.2026, 08:13 Aktualisiert: 18.08.2026, 12:02

Wohnungsbau erholt sich: Baugenehmigungen steigen deutlich, Stornierungen bleiben aber hoch

Baugenehmigungen für Wohnungen im ersten Halbjahr 2026: +15,1% ggü. Vorjahr auf 126.300 (größter Anstieg seit 2016).

Wichtige Fakten

  • Baugenehmigungen für Wohnungen im ersten Halbjahr 2026: +15,1% ggü. Vorjahr auf 126.300 (größter Anstieg seit 2016).
  • Genehmigungen für Mehrfamilienhäuser: +16,9%, für Einfamilienhäuser: +12,7%, für Zweifamilienhäuser: +27,3%.
  • Hohe Stornierungquote: 13,1% der Unternehmen meldete im Juli Rückschläge (ifo-Umfrage).
  • Bis 2026 werden nur ~185.000 Fertigstellungen erwartet – ein 15-Jahres-Tief.

Erholung am Wohnungsmarkt

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich gestiegen: Um 15,1 Prozent auf 126.300. Das meldet das Statistische Bundesamt und spricht vom größten Anstieg seit 2016. Besonders stark legten die Genehmigungen für Mehrfamilienhäuser zu (+16,9%), aber auch Ein- und Zweifamilienhäuser wurden vermehrt genehmigt.

Trotz Zuwachs: Stornierungen und Unsicherheit

Nach Angaben des ifo-Instituts stieg die Zahl der Projektstornierungen im Juli auf 13,1 Prozent – der Wohnungsbau erholt sich dennoch langsam. Gleichzeitig werden deutlich weniger Wohnungen fertiggestellt als benötigt: Das ifo erwartet für 2026 nur rund 185.000 Fertigstellungen – ein 15-Jahres-Tief. Die Bauministerin Verena Hubertz will den Wohnungsbau stärker fördern – mehr Budget für soziale Projekte sowie eine Reduzierung der Bürokratie sind angekündigt. Der Ukraine-Krieg könnte die Baukosten weiter steigen lassen und die Erholung bremsen. Wirtschaftlich wäre dies im ohnehin angespannten Wohnungsmarkt nur schwer zu kompensieren. Vielmehr gilt, das zeigt die aktuelle Entwicklung aus Sicht von Industrieprognosen: Um den Bedarf zu decken, müsste es besser laufen. Die Stimmung in Deutschlands Vorstandsetagen ist angespannt, und viele Unternehmer rechnen auch weiterhin nicht mit durchgängig positiven Effekten für die Branche. Diese Darstellung offenbart den Widerspruch zwischen politischem Anspruch und operativer Realität. Zudem macht das Ausmaß der jüngsten Sparmaßnahmen deutlich, dass Bauen nur mit erheblicher Unterstützung aus Bundes- und Landeskassen wirtschaftlich bleibt. Brüssel oder Berlin sehen sich hier der Verantwortung gegenüber den Bevölkerungswünschen und ebenda der zusätzlichen Investitionskraft gegenüber demografischer Wellen.

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