Wohnungsbau in Deutschland: Ifo-Geschäftsklima fällt auf neuen Tiefstand
Wichtige Fakten
- • Ifo-Geschäftsklima für Wohnungsbau fiel im Juni auf minus 31,0 Punkte.
- • 43,7 % der Klagen über Auftragsmangel im Wohnungsbau.
- • Stornierungsquote verharrt bei 11,4 % im Juni.
- • Fast jedes zehnte Unternehmen meldet Materialengpässe.
- • Es fehlen rund 1,4 Millionen Wohnungen in Deutschland.
Geschäftsklima sinkt weiter
Der Wohnungsbau in Deutschland steckt in einer tiefen Krise. Das Ifo-Geschäftsklima fiel im Juni auf minus 31,0 Punkte, nach minus 29,5 im Mai. Die Unternehmen bewerten nicht nur ihre aktuelle Lage schlechter, sondern auch die Aussichten für die kommenden Monate. 'Der Wohnungsbau verharrt in einer Phase der Unsicherheit', sagte Ifo-Forscher Klaus Wohlrabe.
Auftragsmangel und Iran-Krieg belasten
Der Anteil der Unternehmen, die einen Auftragsmangel beklagen, stieg auf 43,7 Prozent. Fast jedes zehnte Unternehmen berichtet von Engpässen bei wichtigen Vorprodukten. Der Krieg im Iran verschärft die Lage zusätzlich: Die Sperrung der Straße von Hormus treibt die Energiepreise in die Höhe und belastet die Materialversorgung. Die Stornierungsquote von Projekten liegt mit 11,4 Prozent weiterhin auf erhöhtem Niveau.
Politik reagiert mit Maßnahmen
Nach einer Auswertung des Instituts Pestel fehlen rund 1,4 Millionen Wohnungen in Deutschland. In diesem Jahr werden voraussichtlich nur noch 200.000 Wohnungen fertiggestellt – der Bedarf liegt bei etwa 320.000. Die Bundesregierung will mit einem neuen 'Gebäudetyp E' und reduzierten Bauvorschriften die Krise abfedern. Ein Gesetzentwurf ist in Arbeit, doch Experten mahnen, dass die Maßnahmen konsequent zu Ende gedacht werden müssten.
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