Zurück in die Steinzeit der Wohlstandsmessung: Kritik an Reiches Jahreswirtschaftsbericht
Wichtige Fakten
- • Jahreswirtschaftsbericht 2026 streicht ökologische und soziale Indikatoren.
- • Zuvor wurden unter Habeck CO2-Emissionen und erneuerbare Energien einbezogen.
- • Kritiker wie Zieschank und FEST bezeichnen die Änderung als Rückschritt.
- • Der Bericht fokussiert nun auf Konjunkturstabilisierung und Wettbewerbsfähigkeit.
- • UN-Biodiversitätsrat warnt vor existenziellen Risiken durch Biodiversitätsverlust.
Bericht vernachlässigt Nachhaltigkeit
Der Jahreswirtschaftsbericht 2026, vorgelegt von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), verzichtet erstmals wieder auf ergänzende ökologische und soziale Indikatoren. Der Bericht konzentriert sich erneut allein auf Wachstum, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit, während die unter Vorgänger Robert Habeck (Grüne) eingeführte Darstellung von CO2-Emissionen, erneuerbaren Energien, Ungleichheit und Biodiversität gestrichen wurde.
Scharfe Kritik von Fachleuten
Experten wie Roland Zieschank (Institut für Zukunftsstudien) sprechen von einem „Ausdruck des Politikversagens“ und sehen die Untrennbarkeit von Wirtschaft und Umwelt ignoriert. Die wirtschaftliche Stabilisierung stehe vorübergehend zwar im Mittelpunkt, doch die Basis intakter Ökosysteme werde ausgeblendet. Auch die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft und der frühere Bundestagsabgeordnete Hermann Ott kritisieren die einseitige Rückbesinnung auf das BIP-Wachstum als Rückschritt in das Denken vor integrativen Wohlstandsmaßen wie dem Nationalen Wohlfahrtsindex.
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