900 Menschen leben unter Metro-Gleisen in Paris
Wichtige Fakten
- • Etwa 900 Menschen leben unter Hochgleisen der Metro-Linie 2.
- • Polizei räumt Lager nicht, sondern bringt oft Menschen dorthin.
- • Hilfsorganisationen berichten von Unterernährung und Dehydration.
- • Viele sind Dublin-Fälle oder haben keine Aufenthaltserlaubnis.
- • Politiker fordern vom Staat mehr Notschlafplätze.
Humanitäre Krise an der Metro-Station Stalingrad
Unter den Hochgleisen der Pariser Metro-Linie 2 haben sich Hunderte Zelte aneinandergereiht. Schätzungsweise 900 Menschen leben dort unter teils katastrophalen hygienischen Bedingungen. Hilfsorganisationen wie Ärzte der Welt versorgen die Migranten medizinisch; viele leiden unter Unterernährung, Dehydration und hitzebedingten Beschwerden.
Polizei toleriert Camp und bringt Menschen dorthin
Im Gegensatz zu anderen informellen Lagern wird dieses von der Polizei nicht geräumt. Stattdessen sollen Sicherheitskräfte Migranten sogar aktiv in das Camp bringen, kritisieren Helfer. Die Präfektur verweigert Angaben zu ihren Maßnahmen.
Zuständigkeitsstreit zwischen Staat und Kommune
Die stellvertretende Bürgermeisterin Fatoumata Koné beklagt fehlenden politischen Willen. Die Stadt Paris will 4.000 neue Notschlafplätze schaffen, ist aber auf Unterstützung von Staat und Département angewiesen. Viele der Bewohner sind in anderen EU-Ländern registriert oder hoffen auf Weiterreise nach Großbritannien.
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