Äthiopien: Abiy Ahmeds Partei gewinnt Parlamentswahl erdrutschartig
Wichtige Fakten
- • Abiy Ahmeds Partei PP gewinnt 438 von 501 Parlamentssitzen.
- • Wahlbeteiligung liegt bei 94 Prozent, 54 Millionen Wahlberechtigte.
- • Wahl in Tigray abgesagt, in Amhara gab es Störungen.
- • Äthiopien hat Zugang zum Roten Meer nicht und droht Krieg mit Eritrea.
- • Mega-Staudamm GERD und neuer Flughafen als Prestigeprojekte.
Bei der Parlamentswahl in Äthiopien hat die Wohlstands-Partei PP von Ministerpräsident Abiy Ahmed einen erdrutschartigen Sieg errungen. Sie gewann 438 von 501 Sitzen, wie die Wahlbehörde mitteilte. Die Wahlbeteiligung lag bei 94 Prozent; rund 40 Millionen Menschen gaben ihre Stimme ab.
Die Opposition hatte kaum Chancen, da ihr finanzielle Mittel für den Wahlkampf fehlten. Wahlbeobachter sehen die Wahl als bloße Formalität zur Machtsicherung. In der nördlichen Konfliktregion Tigray wurde nicht gewählt; in Amhara hatten bewaffnete Gruppen mit Störungen gedroht. 143 Wahllokale blieben aus Sicherheitsgründen geschlossen.
Abiy Ahmed regiert seit 2018, galt anfangs als Hoffnungsträger und erhielt 2019 den Friedensnobelpreis für die Entspannung mit Eritrea. Später führte er einen Bürgerkrieg in Tigray (2020-2022) mit rund 600.000 Toten. Der Konflikt um einen äthiopischen Zugang zum Roten Meer droht einen neuen Krieg mit Eritrea auszulösen. Wirtschaftlich prägen der Mega-Staudamm GERD und der Bau des größten Flughafens Afrikas seine Amtszeit.
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