Teilen:
International 06.08.2026, 04:35 Aktualisiert: 06.08.2026, 15:02

Israel klagt Siedler wegen Tötung von Palästinenser an – Erste Anklage seit 2023

Erste Anklage gegen Siedler wegen Tötung im Westjordanland seit Oktober 2023.

Wichtige Fakten

  • Erste Anklage gegen Siedler wegen Tötung im Westjordanland seit Oktober 2023.
  • Jinon L. als fahrlässige Tötung von Awdah Hathaleen angeklagt.
  • Vorfall fand 2025 in Umm al-Khair mit Bagger im Juli statt.
  • Seit 2023 wurden mindestens 1.100 Palästinenser von Siedlern oder Armee getötet.
  • US-Demokraten fordern erneute Sanktionen gegen israelische Siedler-Radikale.

Erste Anklage gegen Siedler wegen Tötung einem Palästinenser

Erstmals seit dem 7. Oktober 2023 hat die israelische Justiz einen Siedler wegen eines tödlichen Angriffs auf Palästinenser im Westjordanland angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft Yinon Levi in der Anklageschrift fahrlässige Tötung des palästinensischen Aktivisten Awdah Hathaleen vor. Zudem werden ihm bewaffneter Hausfriedensbruch und vorsätzliche Sachbeschädigung zur Last gelegt.

Hintergrund des tödlichen Vorfalls

Die tödlichen Schüsse ereigneten sich im Juli 2025 während einer Konfrontation im palästinensischen Dorf Umm al-Khair bei Hebron, nachdem Siedler einen großen Bagger in das Dorf gebracht hatten. Hathaleen, ein prominenter Lehrer und Aktivist, der an der 2025 Oscar-prämierten Dokumentation „No Other Land" beteiligt war, filmte den Vorfall. Videoaufnahmen zeigen, wie Levi in seine Richtung schießt und Hathaleen getroffen zusammenbricht. Seine Bekanntheit und das Video lösten weltweit Forderungen nach Strafverfolgung aus.

Reaktionen und Folgen

Die Menschenrechtsorganisation B'Tselem erklärte, dass diese Anklage die „Ausnahme sei, die die Regel bestätige") und verweist auf tausende Tote und ein Klima der Straflosigkeit. Unterdessen fordern 19 demokratische Senatoren und Abgeordnete in einem Brief an die Trump-Administration die Wiedereinführung von Sanktionen gegen gewalttätige Siedler und unabhängige Untersuchungen zu Tötungen von US-Bürgern. Sie kritisieren Präsident Trumps Entscheidung, Sanktionen dieser Art gleich zu Beginn seiner Amtszeit aufzuheben, als klares Signal, dass Gewalt straflos bleibt. Zudem berichteten drei Menschenrechtsorganisationen, dass ein israelischer Angriff auf zwei Journalistinnen im Libanon im April als Kriegsverbrechen zu werten sei und eine zivile Rettung verzögert habe.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.