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Wissen 18.01.2026, 07:56 Aktualisiert: 18.01.2026, 20:05

Alkohol: Warum schon der erste Tropfen riskant ist – und wie man problematischen Konsum erkennt

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es keine unbedenkliche Menge Alkohol; ein gesundheitliches Risiko besteht bereits ab dem ersten Tropfen.

Wichtige Fakten

  • Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es keine unbedenkliche Menge Alkohol; ein gesundheitliches Risiko besteht bereits ab dem ersten Tropfen.
  • In Deutschland trinken laut Epidemiologischem Suchtsurvey (ESA) 8,6 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren riskante Mengen Alkohol.
  • Mindestens 2,2 Millionen Menschen in Deutschland erfüllen die medizinischen Kriterien einer Alkoholabhängigkeit.
  • Suchtmediziner und Notfallarzt Gernot Rücker (Rostock) berichtet von kritischen Folgen des Rauschtrinkens bei Jugendlichen sowie bei älteren Menschen, teils bis in Pflegebedürftigkeit; Alkoholabhängigkeit ziehe sich durch alle Altersgruppen und sei Betroffenen häufig nicht anzusehen.
  • Als Warnsignale gelten u. a., wenn Gedanken ständig um die nächste Trinkgelegenheit kreisen und grundlegende Bedürfnisse wie Schlaf oder Essen vernachlässigt werden.
  • Ein schneller Selbstcheck ist der CAGE-Test mit vier Fragen (Reduktionsversuche, Ärger über Kritik, Schuldgefühle, „Morgendrink“); mehrere „Ja“-Antworten sprechen für eine wahrscheinliche Abhängigkeit (Empfehlung u. a. durch den Alkoholforscher und Gastroenterologen Helmut Seitz).
  • Menschen mit Depressionen haben laut Jens Reimer (UKE Hamburg) ein etwa doppelt so hohes Risiko, alkoholabhängig zu werden; umgekehrt kann langfristiger Alkoholkonsum depressive Symptome verstärken.
  • Alkohol gilt als potentes Zellgift: Er schädigt u. a. Gehirn und Nervenzellen, erhöht das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen (z. B. Brust- und Darmkrebs) und kann sichtbare Folgen wie Hautalterung (Falten), Gefäßerweiterungen im Gesicht („Schnapsnase“) sowie Rötungen begünstigen.
  • Neu: Alkohol kann auch den Zahnschmelz schädigen; bei starkem Konsum/Abhängigkeit werden u. a. verfärbte, fleckige Zähne, Karies, Entzündungen im Mundraum und Mundgeruch beschrieben.
  • Alkohol ist kalorienreich und kann den Fettabbau bremsen; dadurch kann sich u. a. ein „Bierbauch“ entwickeln.
  • Schon ein Monat Alkoholverzicht kann messbare Verbesserungen bringen (u. a. Leberregeneration, besserer Fettstoffwechsel, Blutdruck und Schlaf, sinkende Entzündungsmarker); zudem berichten viele von mehr Energie, klarerem Kopf und reinerer Haut.
  • Kostenlose Beratungs- und Suchthilfeangebote sind vielerorts verfügbar und können auch frühzeitig genutzt werden; Angehörigen wird geraten, in ruhigen Momenten aus Sorge heraus anzusprechen – ohne Vorwürfe (u. a. Empfehlung von Suchtberaterin Bianca Kunze, KODROBS Hamburg).
Immer mehr Menschen verzichten im Januar freiwillig auf Alkohol – dennoch sind die Zahlen in Deutschland hoch: Mindestens 2,2 Millionen Menschen gelten als alkoholabhängig, 8,6 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren trinken riskante Mengen. Fachleute verweisen auf die Einschätzung der WHO: Eine wirklich „unbedenkliche“ Alkoholmenge gibt es nicht, ein Gesundheitsrisiko beginnt bereits ab dem ersten Tropfen. Problematischer Konsum entsteht häufig schleichend, auch weil Alkohol leicht verfügbar und gesellschaftlich akzeptiert ist. Das zeigt die Geschichte der 48-jährigen Hamburgerin Alexandra: Während der Corona-Pandemie wurde aus dem Feierabendglas schrittweise eine ganze Flasche – auffällig wurde ihr Problem erst, als es zu Krankmeldungen und wiederholtem Jobverlust kam. Warnzeichen können sein, dass Gedanken dauerhaft um die nächste Trinkgelegenheit kreisen und grundlegende Bedürfnisse wie Schlafen oder Essen vernachlässigt werden. Warum ein Ausstieg so schwerfällt, hängt mit der Wirkung von Alkohol auf die Belohnungszentren im Gehirn zusammen. Zur ersten Orientierung empfehlen Fachleute den CAGE-Selbsttest mit vier Fragen; mehrere „Ja“-Antworten deuten auf eine wahrscheinliche Abhängigkeit hin. Ob jemand eine Sucht entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab – darunter Genetik, Verfügbarkeit und Umfeld sowie psychische Belastungen. So haben Menschen mit Depressionen laut Experten ein deutlich erhöhtes Risiko, alkoholabhängig zu werden; gleichzeitig kann regelmäßiger Alkoholkonsum depressive Symptome verstärken. Neben inneren Schäden betonen Mediziner auch sichtbare und langfristige Folgen: Als Zellgift kann Alkohol Gehirn und Nervenzellen schädigen, das Risiko für Krebs (z. B. Brust- oder Darmkrebs) erhöhen und äußere Veränderungen wie beschleunigte Hautalterung, Rötungen und Gefäßveränderungen im Gesicht („Schnapsnase“) begünstigen. Neu hervorgehoben wird zudem, dass Alkohol den Zahnschmelz schädigen kann – bis hin zu Verfärbungen, Karies, Entzündungen im Mundraum und Mundgeruch. Zudem ist Alkohol kalorienreich und kann den Fettabbau bremsen. Positiv: Bereits ein Monat Abstinenz kann messbare Verbesserungen bringen – etwa bei Leber, Fettstoffwechsel, Blutdruck, Schlaf und Entzündungswerten; viele berichten von mehr Energie, klarem Kopf und besserer Haut. Für Veränderungsschritte empfehlen Fachleute unter anderem ein Konsum-Tagebuch, das Erkennen von Auslösern und den Aufbau von Alternativen wie Sport oder Entspannung. Kostenlose Suchtberatungen helfen oft schon früh – und Angehörige sollten Betroffene in ruhigen Momenten ohne Vorwürfe ansprechen und sich bei Bedarf ebenfalls Unterstützung holen.

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