Antisemitismusbeauftragter: Nachfolge von Felix Klein weiter offen
Wichtige Fakten
- • Felix Klein wechselte zur OECD nach Paris, Amt seitdem unbesetzt.
- • 2025 dokumentierten RIAS-Meldestellen 8.725 antisemitische Vorfälle.
- • Zwei Kandidaten für Nachfolge haben laut Medienberichten abgesagt.
- • Vorübergehend führt Staatssekretär Christoph de Vries das Amt.
- • Innenministerium kündigt baldige Wiederbesetzung an.
Unbesetztes Amt seit Kleins Weggang
Nach dem Weggang von Felix Klein zur OECD in Paris bleibt das Amt des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung unbesetzt. Obwohl Innenminister Alexander Dobrindt im Juli eine baldige Wiederbesetzung ankündigte, ist die Personalie bis Ende August nicht geklärt. Bis dahin führt der parlamentarische Staatssekretär Christoph de Vries das Amt kommissarisch.
Deutlich mehr antisemitische Vorfälle
Die Zahl antisemitischer Vorfälle ist seit dem Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 stark gestiegen. Die Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) dokumentierten für das Jahr 2025 bundesweit über 8.725 Fälle – durchschnittlich etwa 24 pro Tag. Angesichts dieser Entwicklung lösen die Verzögerungen scharfe Kritik aus.
Kritik und Erwartungen an Neubesetzung
Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, fordert eine qualifizierte Persönlichkeit und eine schnelle Entscheidung. Auch die grüne Innenpolitikerin Marlene Schönberger kritisiert fehlendes transparentes Verfahren und sieht ein „fatales Signal“ darin, dass das Thema in der Bundesregierung offenbar keine Priorität habe.
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