Armut in Deutschland: Jeder Sechste ist gefährdet, Inflation verschärft die Lage
Wichtige Fakten
- • 16,1 % der Bevölkerung waren 2025 armutsgefährdet, Tendenz steigend.
- • Armutsgrenze liegt bei 1.446 Euro netto für Alleinstehende monatlich.
- • 64,9 % der Arbeitslosen sind armutsgefährdet, bei Alleinerziehenden 28,7 %.
- • Inflation stieg im März 2026 auf 2,7 %, Energiepreise um 7,2 %.
- • 1,5 Millionen Menschen nutzen Tafeln, viele Rentner sind betroffen.
Steigende Armutsgefährdung
Fast jeder sechste Mensch in Deutschland gilt als armutsgefährdet, mit einer Quote von 16,1 % im Jahr 2025, die seit Jahren ansteigt. Besonders betroffen sind Alleinerziehende, Alleinlebende, Arbeitslose und Menschen im Ruhestand, wobei die Armutsgefährdungsquote bei Arbeitslosen bei 64,9 % liegt. Als armutsgefährdet gelten Personen, deren Einkommen unter der Grenze von 1.446 Euro netto monatlich für Alleinstehende oder 3.036 Euro für eine vierköpfige Familie liegt.
Auswirkungen der Inflation
Die Inflation im Euroraum ist im März 2026 auf 2,6 % gestiegen, in Deutschland sogar auf 2,7 %, was die höchste Rate seit Januar 2024 darstellt. Energiepreise stiegen um 7,2 %, was Haushalte mit geringen Einkommen stark belastet, da sie einen größeren Anteil ihres Budgets für Miete, Energie und Lebensmittel aufwenden müssen. Dies führt zu Einschränkungen im Alltag, wie gezieltes Einkaufen nach Rabatten und Verzicht auf nicht essentielle Ausgaben.
Strukturelle Ursachen und Hilfsangebote
Armut wird durch strukturelle Faktoren wie Niedriglöhne, unstete Erwerbsverläufe und steigende Wohnkosten verursacht, nicht durch individuelle Fehlentscheidungen. 1,5 Millionen Menschen nutzen Tafeln, wobei immer mehr Rentner auf Unterstützung angewiesen sind, da Altersarmut zunimmt. Experten fordern eine Stärkung des Sozialstaats, armutsfeste Grundsicherung und Investitionen in bezahlbaren Wohnraum, um den Trend umzukehren.
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