Australische Bundesstaaten unterlaufen Flussgesundheitsprogramm im Murray-Darling-Becken
Wichtige Fakten
- • NSW und Queensland haben über 160 Mio. Dollar für Flussinfrastruktur nicht umgesetzt.
- • Nur 64 km von geplanten 2.135 km Fischwanderhilfen wurden in NSW installiert.
- • Das Programm sollte geringere Umweltwasser-Zuteilungen von 2018 kompensieren.
- • Trockengefallene Feuchtgebiete führten zu Todesfällen von Schildkröten und anderen Tieren.
- • Der Bundes-Inspektor Troy Grant kritisiert "abysmale" Umsetzung und fehlende Führung.
Programmscheitern trotz Millioneninvestition
Ein unabhängiger Bericht des Bundesinspektors für Wassereinhaltung, Troy Grant, hat ergeben, dass die Regierungen von New South Wales (NSW) und Queensland mehr als 160 Millionen Dollar an versprochenen Infrastrukturmaßnahmen zur Verbesserung der Flussgesundheit im nördlichen Murray-Darling-Becken nicht umgesetzt haben. Das als "Northern Basin Toolkit" bekannte Programm wurde 2019 vereinbart, um die Reduzierung von Umweltwasser von 390 auf 320 Milliarden Liter pro Jahr zu kompensieren, doch die Umsetzung blieb weit hinter den Zielen zurück.
Konkrete Defizite und Umweltfolgen
In NSW wurden nur 64 Kilometer von ursprünglich geplanten 2.135 Kilometern an Fischwanderhilfen installiert, und Projekte zur Verbesserung des Wasserflusses in Feuchtgebieten wie der Gwydir-Region kamen nicht voran. In Queensland blieben Wehrsanierungen im Machbarkeitsstadium stecken. Diese Unterlassungen haben direkte Umweltauswirkungen: In ausgetrockneten Feuchtgebieten mussten Schildkröten gerettet werden, und es kam zu Todesfällen bei Wasservögeln, Fröschen und Schafen.
Politische Reaktionen und Ausblick
NSW-Wasserministerin Rose Jackson räumte Herausforderungen ein und verwies auf Verzögerungen unter der Vorgängerregierung, während Kritiker wie Prof. Jamie Pittock von der Australian National University das Scheitern als Vertrauensverlust in staatliche Umweltversprechen brandmarkten. Grants Bericht dient als Weckruf, da eine umfassendere Überprüfung des Murray-Darling-Basin-Plans ansteht, und empfiehlt strengere Rechenschaftspflichten.
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