BKA nutzt erbeutete IS-Dokumente zur Jagd auf mutmaßliche Terroristen
Wichtige Fakten
- • Das BKA nutzt etwa 400 erbeutete IS-Listen mit fast zwei Millionen Datensätzen.
- • Bislang wurden etwa 75 mutmaßliche IS-Mitglieder in Deutschland identifiziert.
- • Gegen etwa 30 Personen laufen bereits Ermittlungen, sechs wurden verurteilt.
- • Eine Gehaltsliste mit 50.000 Einträgen gilt als wertvollstes Dokument.
Ermittlungsmethode
Das Bundeskriminalamt (BKA) nutzt eine neue Methode, um mutmaßliche IS-Terroristen in Deutschland zu jagen. Dazu wertet es Geheimdokumente aus, die im Krieg gegen den Islamischen Staat erbeutet wurden, darunter etwa 400 Listen mit fast zwei Millionen Datensätzen. Diese stammen aus Gästehäusern, Besoldungsstellen und Krankenhäusern des Terror-Kalifats und werden sukzessive aufbereitet und ausgewertet.
Erfolge und Verfahren
Bislang hat das BKA etwa 75 mutmaßliche IS-Mitglieder in Deutschland identifiziert, die zuvor den Sicherheitsbehörden nicht als Islamisten bekannt waren. Gegen etwa 30 Personen laufen Ermittlungen, sechs wurden bereits verurteilt. Beispielsweise wurde im März in Leipzig ein Iraker festgenommen, der als Jugendlicher dem IS beigetreten sein soll. Weitere Festnahmen sind möglich, da erst etwa die Hälfte der Einträge geprüft wurde.
Technische Umsetzung und Auswirkungen
Das BKA vergleicht die IS-Informationen mit deutschen Datenbanken und nutzt auch automatisierte Fotoabgleiche, was zu etwa 100 weiteren Identifizierungen führen könnte. Laut BKA-Abteilungsleiter Marc Hallensleben hat dies bereits dazu beigetragen, unbekannte IS-Mitglieder zu identifizieren und Einreisen zu verhindern, indem fast 20.000 Namen in Grenzdatenbanken eingespeist wurden. Die Auswertung soll die Sicherheit in Europa erhöhen.
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