Bolivien: Zusammenstöße in La Paz – Morales-Anhänger gegen Polizei
Wichtige Fakten
- • Zusammenstöße zwischen Polizei und Morales-Anhängern in La Paz.
- • 90 Festnahmen bei Protesten vor dem Regierungssitz.
- • Präsident Paz wirft Ex-Präsident Morales Orchestrierung vor.
- • Bolivien erlebt schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten.
- • Proteste durch Blockaden führten zu Versorgungsengpässen.
Zusammenstöße in La Paz
In Boliviens Hauptstadt La Paz ist es zu schweren Zusammenstößen zwischen Anhängern des früheren Präsidenten Evo Morales und der Polizei gekommen. Tausende Unterstützer versammelten sich vor dem Regierungssitz und forderten den Rücktritt von Präsident Rodrigo Paz. Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, als Demonstranten versuchten, Polizeisperren zu durchbrechen. Explosionen waren zu hören, mehrere Gebäude wurden evakuiert. Teilnehmer der Proteste rissen Ladentüren heraus und setzten Sofas als Barrikaden in Brand. 90 Menschen wurden festgenommen.
Druck auf Regierung Paz
Präsident Paz wirft seinem Vorgänger Morales vor, die Unruhen zu arrangieren, um seine Regierung zu schwächen. In den vergangenen Wochen hatten Straßenblockaden Städte abgeschnitten und zu Engpässen bei Lebensmitteln und Treibstoff geführt. Paz hatte bereits Tausende Polizisten und Militärs eingesetzt, um die Blockaden aufzulösen. Die Unruhen gelten als bislang größte Herausforderung für Paz, der seit sechs Monaten im Amt ist. Bolivien steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Ausgangspunkt der Proteste waren Gewerkschaftsforderungen nach höheren Löhnen, denen sich Bauern und Minenarbeiter anschlossen. Morales entzieht sich seit anderthalb Jahren einem Haftbefehl wegen einer Beziehung zu einer Minderjährigen; er weist die Vorwürfe zurück.
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