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International 17.04.2026, 06:00 Aktualisiert: 17.04.2026, 12:19

Britische Behördenfehler trennen deutsche Mutter von ihrem Kind

Liza Tobay lebt seit 15 Jahren legal im Vereinigten Königreich mit 'settled status'.

Wichtige Fakten

  • Liza Tobay lebt seit 15 Jahren legal im Vereinigten Königreich mit 'settled status'.
  • Bei der Rückreise von München nach Edinburgh wurde ihr Status fälschlicherweise als 'red flagged' markiert.
  • Ein falsch generierter Passnummer-Eintrag ('ghost number') im System verursachte das Problem.
  • Die Behörden schätzten die Bearbeitungszeit auf bis zu drei Wochen, was eine monatelange Trennung bedeuten könnte.
  • Die Kampagnengruppe 'the3million' kritisiert das digitale Einwanderungssystem als fehleranfällig und inakzeptabel.

Administrativer Fehler führt zu Familientrennung

Eine deutsche Mutter, die seit 15 Jahren mit ihrem 'settled status' legal im Vereinigten Königreich lebt, wurde auf der Rückreise von einem Osterbesuch in Deutschland an der Weiterreise von Düsseldorf nach Edinburgh gehindert. Die britischen Grenzbeamten teilten Liza Tobay mit, dass ihr Einwanderungsstatus fälschlicherweise als 'red flagged' markiert worden sei. Sie konnte ihren Status zwar per E-Mail nachweisen, doch die Behörden akzeptierten nur die Verifizierung über eine spezielle App, die sie nicht installiert hatte.

Systemfehler mit gravierenden Folgen

Nach einer schlaflosen Nacht konnte Tobay den Fehler identifizieren: Im System des britischen Heimatschutzministeriums war eine komplett falsche Passnummer ('ghost number') hinterlegt, die nicht mit dem Bild ihres Passes übereinstimmte. Die Behörden gaben an, den Fall zu eskalieren und Priorität einzuräumen, warnten aber, dass die Lösung bis zu drei Wochen dauern könnte. Dies würde bedeuten, dass Tobay bis zu einen Monat von ihrer zweijährigen Tochter in Edinburgh getrennt bliebe – eine Situation, die sie als 'extrem belastend' beschreibt.

Kritik am digitalen Einwanderungssystem

Die Kampagnengruppe 'the3million', die sich für die Rechte von EU-Bürgern im Vereinigten Königreich einsetzt, betont, dass Tobays Fall kein Einzelfall sei. Sie kritisiert das digitale Einwanderungssystem als fehleranfällig und die Bearbeitungszeiten der Behörden als inakzeptabel. Die Gruppe fordert seit langem physische Nachweise wie Karten oder QR-Codes anstelle des aktuellen Systems, bei dem Betroffene sich in ein Computersystem einloggen müssen, um ihren Status nachzuweisen.

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