Brooklyner Lebensmittelkooperative boykottiert Israel-Produkte
Wichtige Fakten
- • 67% stimmten für Boykott von etwa zwölf Produkten aus Israel.
- • Boykott folgt auf monatelange Kontroversen und Spannungen in der Kooperative.
- • Befürworter berufen sich auf Tradition sozial bewusster Boykotte.
- • Gegner befürchten antisemitische und antiarabische Stimmung.
- • Sicherheitsmaßnahmen nach Drohungen und Zwischenfällen verstärkt.
Die Park Slope Food Coop im New Yorker Stadtteil Brooklyn hat mit deutlicher Mehrheit einen Boykott von etwa einem Dutzend Produkten aus Israel und israelischen Siedlungen im besetzten Palästina beschlossen. In einer dreistündigen virtuellen Versammlung mit rund 7.000 der 17.000 Mitglieder stimmten 67 Prozent für die Maßnahme, die unter anderem Tahini, Paprika und Kaki betrifft.
Der Boykott ist das Ergebnis monatelanger, hitziger Debatten, die die Gemeinschaft tief gespalten haben. Befürworter, angeführt von der Gruppe „Park Slope Food Coop Members in Solidarity with Palestine“, argumentieren, der Boykott stehe in der Tradition der Kooperative, die in der Vergangenheit bereits Produkte aus dem Apartheid-Südafrika und dem Chile Pinochets boykottierte. „Wir bauen auf eine Tradition von über 20 Boykotten auf“, sagte die langjähriges Mitglied Alyce Barr. Gegner, darunter der örtliche Rabbi, bezeichnen die Aktion als Stellvertreterkrieg.
Die Leitung der Kooperative verurteilte antisemitische und antiarabische Äußerungen, die während der Versammlungen gefallen sein sollen, und verstärkte die Sicherheitsmaßnahmen nach Drohbriefen und aggressiven Vorfällen. Der Boykott hat über die unmittelbare Gemeinschaft hinaus Aufmerksamkeit erregt, unter anderem durch Stellungnahmen der demokratischen Kongresskandidaten Dan Goldman und Brad Lander.
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