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International 19.04.2026, 03:21 Aktualisiert: 19.04.2026, 23:02

Parlamentswahl in Bulgarien: Radev-Bündnis siegt deutlich, aber absolute Mehrheit verfehlt

Rumen Radevs Bündnis 'Progressives Bulgarien' gewinnt Wahl mit über 38% der Stimmen.

Wichtige Fakten

  • Rumen Radevs Bündnis 'Progressives Bulgarien' gewinnt Wahl mit über 38% der Stimmen.
  • Die konservative GERB-Partei wird zweitstärkste Kraft mit etwa 16%.
  • Radev kündigt Gespräche mit dem pro-europäischen Bündnis PP-DB (ca. 14%) an.
  • Wahlbeteiligung liegt bei etwa 43,4%, deutlich niedriger als erwartet.
  • Radev lehnt Waffenlieferungen an Ukraine ab, will aber EU/NATO-Bindung aufrechterhalten.

Wahlergebnis: Klarer Sieg für Radev, aber keine absolute Mehrheit

Bei der achten Parlamentswahl in Bulgarien innerhalb von fünf Jahren hat das Mitte-Links-Bündnis 'Progressives Bulgarien' des ehemaligen Präsidenten Rumen Radev einen deutlichen Sieg errungen. Nach einer Nachwahlbefragung des Instituts Alpha Research kommt Radev auf über 38 Prozent der Stimmen – eines der stärksten Ergebnisse für eine einzelne Partei seit Jahren, jedoch ohne absolute Mehrheit. Die konservative GERB-Partei des ehemaligen Ministerpräsidenten Bojko Borisov landete mit rund 16 Prozent auf Platz zwei, während das pro-europäische Bündnis PP-DB mit etwa 14 Prozent drittstärkste Kraft wurde. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 43,4 Prozent, deutlich niedriger als die erwarteten 60 Prozent.

Radevs Positionen und Herausforderungen

Radev, der im Januar vom Präsidentenamt zurücktrat, um zu kandidieren, verspricht im Wahlkampf einen Kampf gegen Korruption und die Oligarchie, die er als tief in der Gesellschaft verwurzelt beschreibt. Kritiker werfen ihm jedoch Russlandnähe vor, da er gegen Waffenlieferungen an die Ukraine ist und für bessere Beziehungen zu Moskau sowie die Wiederaufnahme russischer Energieimporte wirbt. Sein Wahlprogramm bekennt sich dennoch klar zur EU und NATO, ohne Forderungen nach einer Aufhebung der Sanktionen gegen Russland. Die Wahl wurde durch Massenproteste im Dezember 2025 ausgelöst, die die damalige Regierung zum Rücktritt zwangen.

Koalitionsaussichten und politische Hindernisse

Für eine stabile Regierung ist Radev auf Koalitionspartner angewiesen. Er zeigte sich offen für Gespräche mit dem liberalen Reformbündnis PP-DB, betonte aber auch die Möglichkeit einer Minderheitsregierung. Inhaltliche Differenzen bestehen jedoch, etwa zur Ukraine-Unterstützung und Euro-Einführung, was zuvor zu scharfen verbalen Attacken führte. Eine Zusammenarbeit mit der GERB-Partei, die mit dem Oligarchen Deljan Peewski verbunden ist und für den korrupten Status quo steht, gilt für Radev als unglaubwürdig. Politologen wie Boris Popivanov halten eine Regierungsbildung für wahrscheinlicher, je näher Radev der absoluten Mehrheit kommt, andernfalls drohen erneute vorgezogene Wahlen.

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