Bundestag debattiert über Bluttest auf Trisomie: Kritik an Routineuntersuchung
Wichtige Fakten
- • Nicht-invasiver Pränataltest (NIPT) wird seit Juli 2022 von Krankenkassen bezahlt.
- • 2024 nutzten fast 50% der Schwangeren den Test, 2023 waren es 32%.
- • Kritiker warnen vor Routineuntersuchung ohne klare medizinische Indikation.
- • Behindertenverbände fürchten Stigmatisierung und mehr Abtreibungen bei Diagnose Trisomie 21.
- • Antrag fordert Monitoring und Expertengremium zur Prüfung der Kassenzulassung.
Debatte im Bundestag
Der Bundestag hat über die Anwendung von Bluttests zur Früherkennung von Trisomien bei Schwangeren diskutiert, wobei mehr als 100 Abgeordnete eine Überprüfung der von Krankenkassen finanzierten nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) gefordert haben. Seit Juli 2022 wird der Test unter bestimmten Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, nachdem er zuvor eine Selbstzahlerleistung war.
Kritik und Bedenken
Kritiker wie der CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger warnen, dass sich der Test von einer gezielten Untersuchung zu einem flächendeckenden Screening entwickelt, da 2024 fast 50% der Schwangeren ihn in Anspruch nahmen, gegenüber 32% im Vorjahr. Behindertenverbände wie die Lebenshilfe und der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland (ABID) äußern ethische Bedenken, dass die Diagnose Trisomie 21 oft zu Abtreibungen führt und fordern eine inklusivere Gesellschaft.
Politische Initiative
Ein von Abgeordneten mehrerer Parteien unterstützter Antrag zielt auf ein Monitoring und ein Expertengremium ab, um die rechtlichen, ethischen und gesundheitspolitischen Grundlagen der Kassenzulassung zu prüfen, wobei die Beratungen nun in den Ausschüssen fortgesetzt werden.
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