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Inland 20.03.2026, 15:39 Aktualisiert: 20.03.2026, 18:07

Internationaler Schlag gegen Darknet-Netzwerk mit Missbrauchsdarstellungen

Bayerisches LKA legte über 370.000 Darknet-Seiten mit Kinderpornografie still.

Wichtige Fakten

  • Bayerisches LKA legte über 370.000 Darknet-Seiten mit Kinderpornografie still.
  • Internationale Operation mit 23 Staaten gegen 600 Plattform-Nutzer.
  • 14 Tatverdächtige in Deutschland, Haupttäter ist 36-jähriger Chinese.
  • Betrugsnetzwerk erzielte etwa 1,1 Millionen Euro über Kryptowährungen.
  • Bundesregierung plant IP-Adressspeicherung zur besseren Strafverfolgung.

Zusammenfassung der Operation

Das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) hat im Rahmen der 'Operation Alice' ein internationales Netzwerk von Darknet-Plattformen mit über 370.000 Internetseiten stillgelegt, auf denen Abbildungen von Kindesmissbrauch zum Kauf angeboten wurden. Die Ermittlungen, die 2021 begannen, führten zu einer weltweiten Aktion mit Beteiligung von 23 Staaten, darunter Deutschland, die USA und Australien, koordiniert durch Europol. In Deutschland wurden 14 Durchsuchungen in neun Bundesländern durchgeführt, und es wird gegen 14 Tatverdächtige ermittelt.

Details zum Netzwerk und Ermittlungen

Der mutmaßliche Haupttäter, ein 36-jähriger Chinese, betrieb das Betrugsnetzwerk, das neben Kinderpornografie auch Kreditkartendaten anbot. Die Plattformen erzielten etwa 1,1 Millionen Euro über Kryptowährungen wie Bitcoin, wobei seit der Stilllegung im März über drei Millionen Zugriffsversuche verzeichnet wurden. Die Ermittler nutzten Tools wie den Dark Web Monitor und Zahlungsstromanalysen, um die Täter zu identifizieren, und gaben Fälle mit unmittelbarer Gefahr für Kinder an lokale Polizeibehörden weiter.

Politische Reaktionen und Gesetzesinitiativen

Die Bundesregierung plant als Reaktion auf solche kriminellen Machenschaften im Darknet ein Gesetz zur Einführung einer IP-Adressspeicherung für drei Monate, um Ermittlern die Identifizierung von Anschlussinhabern zu erleichtern. Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) begrüßte diese Maßnahme und forderte zudem eine Erhöhung der Mindeststrafe für Betreiber solcher Plattformen von sechs Monaten auf drei Jahre, um die Strafverfolgung zu verschärfen.

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