Moderna bekundet Interesse an BioNTech-Werken in Deutschland
Wichtige Fakten
- • Moderna-Chef Bancel verhandelt in Berlin über Übernahme.
- • Bancel fordert bessere Rahmenbedingungen für Pharmafirmen.
- • BioNTech schließt bis 2027 drei Standorte in Deutschland.
- • Moderna droht mit Ausweichen ins Ausland.
- • China baut fünf neue mRNA-Unternehmen auf.
Moderna an BioNTech-Standorten interessiert
Der US-Pharmakonzern Moderna hat Interesse an den Werken des einstigen Konkurrenten BioNTech in Deutschland bekundet. Moderna-Chef Stéphane Bancel führt derzeit in Berlin Gespräche mit der Bundesregierung über eine mögliche Übernahme. Im Gegenzug fordert er jedoch bessere Rahmenbedingungen für Pharmafirmen hierzulande, wie das Handelsblatt berichtet. Sollte Berlin nicht mitziehen, zieht Moderna Alternativen in anderen europäischen Ländern in Betracht.
Hintergrund der Überlegungen
BioNTech hatte Anfang Mai die Schließung seiner Produktionsstandorte in Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen sowie in Singapur angekündigt, betroffen wären bis zu 1.800 Stellen. Die Schließungen erfolgen schrittweise bis Ende 2027. Moderna-Chef Bancel zeigte sich offen, Arbeiter von BioNTech zu übernehmen, sofern eine Partnerschaft mit der Regierung zustande kommt. Er warnte zugleich, dass Deutschland und Europa bald keine mRNA-Produktionskapazitäten mehr hätten, während in China mindestens fünf mRNA-Unternehmen aufgebaut würden.
Gespräche und Forderungen
Bancel kritisierte das geplante Beitragsstabilisierungsgesetz von Gesundheitsministerin, das die Pharmaindustrie zu Einsparungen verpflichten soll. Moderna strebt laut Bancel langfristige Partnerschaften an, wie sie bereits im Vereinigten Königreich und in Kanada bestehen. Sollte Berlin keine akzeptablen Bedingungen bieten, droht der Konzern mit Alternativen in Europa.
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