Deutscher Wohnungsbau: Fertigstellungszahlen sinken weiter
Wichtige Fakten
- • 2026 voraussichtlich nur 185.000 neue Wohnungen - 22.000 weniger als 2025.
- • Zahl der Fertigstellungen sinkt auf niedrigsten Stand seit 2012.
- • Zeitspanne zwischen Genehmigung und Fertigstellung auf 27 Monate gestiegen.
- • Bundesregierung will mit Bauturbo Bau beschleunigen.
Prognose Ifo-Institut
Der Wohnungsbau in Deutschland kommt nach Einschätzung des ifo Instituts nur langsam aus der Krise. Nach einer neuen Prognose werden im Jahr 2026 voraussichtlich nur noch 185.000 Wohnungen fertiggestellt – rund 22.000 weniger als im Vorjahr und der niedrigste Stand seit 2012. Bereits 2025 waren nur etwa 207.000 neue Wohnungen dazugekommen, trotz eines anhaltenden Wohnungsmangels.
Ursachen und Verzögerung
Ifo-Branchenexperte Ludwig Dorffmeister führt die Schwäche auf den Iran-Krieg und die anziehende Bauinflation zurück. Zudem hat sich die Zeitspanne zwischen Baugenehmigung und Fertigstellung auf 27 Monate verlängert. Das ist ein halbes Jahr länger als vor Beginn dieser Dekade. Die Neubau-Lücke beträgt nach Expertenschätzungen rund 1,4 Millionen Wohnungen, vor allem in den Großstädten.
Gegenmaßnahmen und Ausblick
Die Bundesregierung setzt auf den sogenannten Bauturbo: Vereinfachte Nachverdichtung, Aufstockungen und mehr Mittel für den sozialen Wohnungsbau. Für 2027 und 2028 rechnet das ifo Institut mit leichten Anstiegen auf 195.000 bzw. 210.000 Fertigstellungen. In Europa insgesamt erholt sich der Wohnungsbau hingegen moderater; Spanien, Frankreich und Großbritannien verzeichnen höhere Zuwächse als Deutschland und Italien.
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