Wohnungsnot trotz Leerstand: Bundestag debattiert über „Schrottimmobilien“ und mehr Befugnisse für Kommunen
- • In vielen deutschen Städten stehen Wohnungen in vernachlässigten Gebäuden leer, obwohl Wohnraum knapp ist; die Tagesschau nennt Beispiele aus Landau (Pfalz) und Andernach (bei Koblenz).
- • Kommunen müssen aus Sicherheitsgründen teils selbst sichern (Gerüste, Bauzäune, Absperrungen) und Kosten vorfinanzieren, bevor sie versuchen, diese vom Eigentümer zurückzuholen.
- • In Landau ließ Oberbürgermeister Dominik Geißler (CDU) am eingerüsteten Eckhaus Banner mit der Aufschrift „Eigentum verpflichtet“ anbringen und kritisiert langwierige Verfahren, weil Eigentümer gegen Baugebote oder Instandsetzungsanordnungen klagen können.
"Kurzfristig ist keine schnelle Entspannung zu erwarten, weil Verfahren gegen Eigentümer weiterhin klageanfällig und kostenintensiv bleiben. Politisch dürfte die angekündigte Baugesetzbuch-Novelle zum zentralen Hebel werden; ob sie Kommunen spürbar mehr Durchgriff (z.B. beim Vorkaufsrecht oder bei Übernahmen) verschafft, wird sich in den kommenden Gesetzgebungsverfahren und an der Finanzierung in der Praxis entscheiden."
Wohnungsnot in Deutschland erreicht Rekordniveau – Regierung kündigt Erleichterungen an
- • Der ‚Soziale Wohn‑Monitor‘ des Pestel‑Instituts kommt zum Ergebnis, dass Ende 2024 bundesweit rund 1,4 Millionen Wohnungen fehlten (Stand der Berichterstattung: 15.01.2026).
- • Im Jahr 2024 wurden nach Studieangaben nur rund 220.000 Wohnungen fertiggestellt; das Institut erwartet kurzfristig nur etwa 200.000 Neubauten pro Jahr – etwa halb so viele wie der angenommene Bedarf.
- • Bis 2030 könnte sich der Gesamtnachholbedarf auf bis zu 2,4 Millionen zusätzliche Wohnungen summieren.
"Ohne schnelle, konkrete Maßnahmen auf Bundes- und Länderebene – insbesondere eine Reform der Förderpraxis und ein verbindlicher Bund‑Länder‑Pakt zum sozialen Wohnungsbau – ist in den nächsten Jahren keine grundlegende Entspannung des Marktes zu erwarten. Die Ankündigung der Bundesregierung, Kommunen zu entlasten und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist ein erstes politisches Signal, bleibt aber derzeit vage; der Effekt hängt von konkreten Finanzierungs‑ und Umsetzungsregelungen ab."
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