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Inland 09.02.2026, 16:43 Aktualisiert: 09.02.2026, 18:10

Berliner Polizei kämpft weiter mit Deutschdefiziten bei Bewerbern – KI als mögliche Zukunftshilfe

Etwa 40 % der Bewerber bei der Berliner Polizei scheitern an Deutschtests (Diktat oder Grammatiktest).

Wichtige Fakten

  • Etwa 40 % der Bewerber bei der Berliner Polizei scheitern an Deutschtests (Diktat oder Grammatiktest).
  • Seit einem Jahr können Bewerber das Diktat mit einem neuen unbekannten Text wiederholen.
  • Ein Vorbereitungslehrgang in Kreuzberg hat eine Erfolgsquote von 90 % bei 50 Teilnehmern.
  • Schwache Bewerber werden in ein verpflichtendes Förderprogramm aufgenommen, das auf die Deutsch-Zwischenklausur vorbereitet.
  • 2025 wurden nur 457 von 6.355 Bewerbern für den mittleren Dienst zugelassen, obwohl 624 angestrebt wurden.

Hohe Durchfallquote bei Deutschtests

Bei der Berliner Polizei scheitern weiterhin viele Bewerber im Auswahlverfahren an mangelnden Deutschkenntnissen. Etwa 40 Prozent der Kandidaten fallen entweder durch das Diktat oder den Grammatiktest, wobei Defizite in Orthografie, Zeichensetzung, Groß- und Kleinschreibung sowie der Verwendung von Artikeln und Zeitformen bestehen. Diese Schwächen führen zu Problemen, Sachverhalte darzustellen, Texte zu verstehen oder sich zu artikulieren, was Kernaufgaben von Polizisten wie Protokollschreiben, Strafanzeigenfertigung und Konfliktberuhigung beeinträchtigt.

Maßnahmen zur Verbesserung der Sprachkenntnisse

Um dem entgegenzuwirken, wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen: Bewerber können seit einem Jahr das Diktat mit einem neuen unbekannten Text wiederholen, und online stehen Übungsdiktate zur Verfügung. Zudem existiert ein Vorbereitungslehrgang in Kreuzberg, gefördert von der Senatsverwaltung, der eine Erfolgsquote von 90 Prozent bei 50 Teilnehmern aufweist – die meisten schaffen danach den Sprung in die Ausbildung. Schwache Bewerber werden in ein verpflichtendes Förderprogramm aufgenommen, das auf die Deutsch-Zwischenklausur im dritten Semester vorbereitet und Grundlagen wie Satzbau und Artikelverwendung vermittelt.

Rekrutierungsprobleme und Zukunftsperspektiven

Die Rekrutierungszahlen bleiben hinter den Zielen zurück: 2025 wurden nur 457 von 6.355 Bewerbern für den mittleren Dienst zugelassen, obwohl 624 angestrebt wurden, und auch in den vorherigen Jahren konnte diese Zahl nie erreicht werden. Mit einer Pensionierungswelle von 30 Prozent bis 2030 besteht dringender Bedarf an Nachwuchskräften. Langfristig könnte Künstliche Intelligenz helfen, etwa durch Sprach-zu-Text-Umwandlung bei Protokollen, was die Gewichtung der Deutschkenntnisse im Auswahlverfahren reduzieren könnte. Dennoch betont Polizeiakademieleiterin Nancy Boy-Seifert, dass die deutsche Sprache die 'wichtigste Waffe' der Polizei bleibt und Qualität vor Quantität geht.

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