Deutschland gibt Ölreserven frei: Größte Freigabe in IEA-Geschichte zur Dämpfung der Preise
Wichtige Fakten
- • Deutschland gibt 19,51 Millionen Barrel Öl aus nationalen Reserven frei, um Preisanstiege zu dämpfen.
- • Die IEA empfiehlt eine Freigabe von 400 Millionen Barrel Rohöl, die größte in ihrer Geschichte seit 1974.
- • Der Ölpreis stieg um 30%, da die Straße von Hormus durch den Iran-Krieg de facto blockiert ist.
- • Gasspeicher sind zu 21% gefüllt, mit geringer Abhängigkeit von Gas aus der Golfregion unter 4%.
- • Japan und Südkorea sind stark von den Preisauswirkungen betroffen, Japan folgt der IEA-Empfehlung.
Ölreserven-Freigabe zur Marktstabilisierung
Deutschland gibt Teile seiner nationalen Ölreserve frei, um die Märkte zu stabilisieren, nachdem der Ölpreis aufgrund des Iran-Kriegs um 30 Prozent gestiegen ist und die Straße von Hormus de facto blockiert ist. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte auf einer Pressekonferenz, dass die Freigabe von 2,64 Millionen Tonnen (entsprechend 19,51 Millionen Barrel) Risikoaufschläge und Spekulationsgewinne dämpfen soll, da keine Knappheit besteht. Die Internationale Energie-Agentur (IEA) hat ihren 32 Mitgliedsstaaten eine koordinierte Freigabe von insgesamt 400 Millionen Barrel Rohöl empfohlen, die größte in der Geschichte der IEA und übertrifft die 182 Millionen Barrel von 2022 nach der russischen Invasion der Ukraine.
Internationale Koordination und Solidarität
Deutschland folgt der IEA-Empfehlung und bekennt sich zur gegenseitigen Solidarität, insbesondere da Länder wie Japan und Südkorea stark von den Preisauswirkungen betroffen sind, während Japan und Österreich bereits ihre Teilnahme angekündigt haben. Die IEA-Mitglieder verfügen über Notreserven von 1,2 Milliarden Barrel und Industrievorräte von 600 Millionen Barrel, die mindestens 90 Tage der Netto-Importe abdecken müssen, wobei die Freigabe auf einer Sondersitzung am Dienstag diskutiert wurde und eine Entscheidung erwartet wird.
Hintergründe und weitere Maßnahmen
Der Iran-Krieg, der mit Luftangriffen von USA und Israel begann, hat zu Raketen- und Drohnenangriffen sowie der Blockade der Straße von Hormus geführt, über die normalerweise 20 Prozent des weltweiten Rohöls transportiert werden. Während die Gasversorgung in Deutschland mit 21 Prozent gefüllten Gasspeichern und geringer Abhängigkeit von der Golfregion gesichert bleibt, betonte Bundesumweltminister Carsten Schneider die Notwendigkeit, von Öl und Gas wegzukommen, und verwies auf Zuschussprogramme für E-Autos und den Ausbau erneuerbarer Energien.
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