Drei Jahre Haft für kritische Social-Media-Kommentare in Somalia
Wichtige Fakten
- • 27-jährige Krankenschwester zu drei Jahren Haft verurteilt.
- • Vorwurf: Beleidigung staatlicher Institutionen.
- • Kritik an hohen Treibstoffpreisen, Korruption und Zwangsräumungen.
- • Urteil von früherem Präsidenten Sharif Sheikh Ahmed verurteilt.
- • Frau berichtet von Folter und Androhung von Vergewaltigung.
Hintergrund des Falls
Die 27-jährige Sadia Moalim Ali, Absolventin der Krankenpflege und Mutter eines Kindes, wurde in Somalia zu drei Jahren Haft verurteilt, weil sie auf Facebook und TikTok kritische Kommentare zur Regierung abgegeben hatte. Sie sprach über Jugendarbeitslosigkeit, hohe Treibstoffpreise, Korruption und Zwangsräumungen. Ursprünglich angeklagt wegen Beleidigung und Anstiftung, wurde sie nur der ersteren schuldig gesprochen.
Reaktionen und Folgen
Das Urteil vom 25. Juni löste breite Empörung aus. Der frühere Präsident Sharif Sheikh Ahmed und der frühere Premierminister Hassan Ali Khaire verurteilten die Entscheidung als „politisch motiviert“ und „grundlegend ungerecht“. Die Koalition somalischer Menschenrechtsverteidiger forderte Alis sofortige Freilassung und sieht in dem Fall ein Symptom systematischer Diskriminierung von Frauen, die sich gesellschaftlich und politisch engagieren. Ali selbst gab an, in Haft gefoltert und mit Vergewaltigung bedroht worden zu sein. Ihr Anwalt kündigte Berufung an.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.