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Gesellschaft 25.06.2026, 18:50 Aktualisiert: 25.06.2026, 23:04

Opfer sexueller Gewalt in Frankreich fordern Abschaffung der Verjährungsfristen

Über 50 Frauen fordern Abschaffung der Verjährungsfristen für Sexualverbrechen.

Wichtige Fakten

  • Über 50 Frauen fordern Abschaffung der Verjährungsfristen für Sexualverbrechen.
  • Aktuell gilt 20-jährige Verjährungsfrist bei Erwachsenen.
  • Ex-BBC-Produzentin Lisa Brinkworth geht vor Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
  • Brinkworths Fall wurde wegen abgelaufener Verjährung eingestellt.
  • Der beschuldigte Agent Jean-Luc Brunel starb 2022 in Haft.

Opfer fordern Reform der Verjährungsfristen

Über 50 Frauen, die in Frankreich sexuelle Übergriffe oder Vergewaltigung durch Männer wie Jeffrey Epstein, Jean-Luc Brunel oder Mohammed Al Fayed erlitten haben, fordern gemeinsam die Abschaffung von Verjährungsfristen für Sexualverbrechen. In Frankreich beträgt die Verjährungsfrist für Erwachsene 20 Jahre ab der Tat, bei Minderjährigen 30 Jahre. Das neu gegründete Kollektiv „Survivors' Voices“ argumentiert, dass diese Fristen den Zugang zur Justiz blockieren. „Rape doesn't expire, trauma doesn't expire“, sagte die Initiatorin Thysia Huisman, die selbst im Alter von 18 Jahren von Brunel vergewaltigt worden sein soll.

Fall der Ex-BBC-Produzentin vor Europäischem Gerichtshof

Die ehemalige BBC-Produzentin Lisa Brinkworth, die 1998 undercover für eine Dokumentation über Missbrauch in der Modebranche recherchierte, reichte ihren Fall beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein. Sie wirft dem Modellagentur-Chef Gérald Marie sexuelle Nötigung vor. Ihr Fall wurde in Frankreich wegen Verjährung nicht verfolgt. Brinkworth sagt, die BBC habe sie damals angewiesen, den Vorfall nicht zu melden, und verweigere ihr bis heute entscheidendes Beweismaterial. Ein BBC-Sprecher widerspricht und erklärt, die BBC habe bereits Material an die französischen Behörden übergeben.

Hintergrund: Brunel und Epstein

Der beschuldigte Modellagent Jean-Luc Brunel, ein Geschäftspartner von Jeffrey Epstein, wurde 2022 tot in seiner Zelle aufgefunden, nachdem ihm Vergewaltigung von Minderjährigen und Menschenhandel vorgeworfen worden waren. Die britische Elite Model Management hatte die BBC nach der Ausstrahlung der Dokumentation verklagt. Ein Anwalt von Gérald Marie betont, die Vorwürfe seien in Frankreich gründlich untersucht und ohne weitere Maßnahmen eingestellt worden.

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