Düngerengpass: EU pflanzt neue Hilfen ein
Wichtige Fakten
- • Iran-Krieg blockiert Straße von Hormus, wichtige Düngemittelroute.
- • EU-Kommission plant Ausnahmehilfen aus Agrarnotfallreserve.
- • Langfristig will Europa weniger abhängig von Düngemittelimporten sein.
- • G7-Staaten wollen einen Aktionsplan gegen Nahrungskrise vorlegen.
- • Bauernverbände fordern Ausnahme der Düngemittel von CO2-Grenzabgabe.
Hohe Düngerpreise durch Iran-Krieg
Europas Landwirtschaft kämpft mit stark gestiegenen Düngerpreisen infolge des Iran-Kriegs, der die Durchfahrt durch die Straße von Hormus blockiert. Über diese Route werden normalerweise große Mengen an Düngemitteln und deren Rohstoffen transportiert. Die EU-Kommission will nun mit gezielten Hilfen die Bauern unterstützen, Ernteausfälle verhindern und die Ernährungssicherheit schützen.
Geplante Maßnahmen der EU
EU-Agrarkommissar Christophe Hansen kündigte in Straßburg "gezielte Ausnahmehilfen"aus einer Notfallreserve der europäischen Agrargelder an. Zudem soll die Produktion von alternativen Düngemitteln in Europa gefördert werden. Hansen betonte: "Ernährungssicherheit beginnt mit der Düngemittelsicherheit." Die EU prüft auch eine Abschaffung der Zölle auf Düngemittel aus allen Ländern außer Russland und Belarus sowie Maßnahmen im Rahmen des Treibhausgashandels.
Forderungen der Bauern und G7-Initiativen
Bauernverbände fordern weitergehende Hilfen, einschließlich eines umfassenden Investitionsplans und einer Ausnahme von der CO2-Grenzabgabe. Rund 130 Landwirte demonstrierten vor dem Europaparlament. Die G7-Staaten arbeiten unter französischem Vorsitz an einem Aktionsplan zur Vermeidung einer Nahrungskrise. Frankreichs Wirtschaftsminister Roland Lescure warnte, dass bis zu 50 Millionen Menschen von einer Hungerkrise betroffen sein könnten. EU-Kommission und G7 wollen mit der FAO und der Weltbank zusammenarbeiten.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.