Ebola-Ausbruch im Kongo: Alltag zwischen Angst und Normalität
Wichtige Fakten
- • Ebola-Ausbruch im Kongo: 136 Tote, 676 bestätigte Fälle (Stand 10.6.).
- • Krankheitserreger: seltener Bundibugyo-Stamm; kein zugelassener Impfstoff oder Medikament.
- • Medizinisches Personal: 34 Infizierte, 7 Tote; Schutzausrüstung wird knapp.
- • Fehlinformationen behindern Bekämpfung; viele Kongolesen glauben nicht an Ebola.
- • Wirtschaftlicher Schaden: Geschäfte geschlossen, Einkommenseinbußen für Taxifahrer.
Ebola-Ausbruch in Bunia
Seit dem 15. Mai wütet eine Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo, die durch den seltenen Bundibugyo-Stamm verursacht wird, für den es weder Impfstoff noch Medikamente gibt. Betroffen ist vor allem die Provinzhauptstadt Bunia in Ituri. Offiziellen Berichten zufolge gab es bis zum 10. Juni 676 bestätigte Infektionen und 136 Todesfälle; die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Auch in Uganda wurden 19 Fälle und zwei Todesopfer registriert. Experten erwarten, dass die Zahlen weiter steigen, möglicherweise sogar die Dimension des Westafrika-Ausbruchs von 2014–2016 mit 28.000 Infizierten erreichen. Medizinisches Personal klagt über mangelnde Schutzausrüstung und lange Wartezeiten auf Testergebnisse. Hinzu kommen weit verbreitete Desinformation und Misstrauen in der Bevölkerung – viele glauben nicht an die Seuche oder sehen sie als politisches Machtinstrument.
Menschen versuchen Normalität
Trotz der bedrohlichen Situation versuchen die Menschen in Bunia, sich nicht unterkriegen zu lassen. Hochzeiten und die Feierlichkeiten zur Fußball-WM finden statt – unter Abstands- und Hygienerichtlinien. Dies wird in einem Land, das seit Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten leidet, als wichtiges Zeichen der Zuversicht gesehen. Der wirtschaftliche Schaden wächst: Geschäfte bleiben geschlossen, Taxifahrer haben kaum noch Fahrgäste, und Reisebüros verzeichnen massive Einbrüche. Die Regierung hat mit öffentlichen Aufklärungskampagnen reagiert, lokale Helfer fordern jedoch eine noch stärkere Sensibilisierung, etwa über Sprachen und einfache Botschaften. Weil die Handelsrouten über Uganda und Ruanda stark eingeschränkt sind, fehlen Hilfsgüter. Bis Ende Mai war nur ein Viertel der benötigten Ausrüstung vor Ort.
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