Ebola-Ausbruch in DR Kongo: WHO warnt vor weiterer Ausbreitung – infizierter US-Arzt in Berlin behandelt
Wichtige Fakten
- • WHO: 600 Verdachtsfälle, 139 Todesfälle; Zahl wird steigen.
- • 51 bestätigte Fälle in DR Kongo und Uganda.
- • Kein Impfstoff gegen Bundibugyo-Variante; Entwicklung dauert 6-9 Monate.
- • Infizierter US-Arzt in Berliner Charité; Familie begleitet ihn.
- • US-Außenminister Rubio kritisiert WHO als 'zu spät'; WHO-Chef widerspricht.
Aktuelle Lage
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet inzwischen 600 Verdachtsfälle und 139 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda. 51 Fälle wurden im Labor bestätigt, zwei davon in Uganda. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte am Mittwoch vor einem weiteren Anstieg der Zahlen, da das Virus bereits seit Monaten unbemerkt zirkulieren konnte. Der Ausbruch der seltenen Bundibugyo-Variante sei ein Gesundheitsnotstand von internationaler Tragweite, aber keine pandemische Bedrohung.
Herausforderungen
Die Bundibugyo-Spezies, gegen die es weder einen zugelassenen Impfstoff noch spezifische Medikamente gibt, stellt die Einsatzkräfte vor immense Herausforderungen. Laut WHO-Experte Dr. Vasee Moorthy würde die Entwicklung eines Impfstoffs voraussichtlich sechs bis neun Monate dauern. Die Region um Ituri in der DR Kongo ist von bewaffneten Konflikten betroffen, das Gesundheitssystem ist schlecht. Die US-Gesundheitsbehörde CDC bat Deutschland um Hilfe bei der Behandlung eines infizierten US-Arztes, der nun auf der Sonderisolierstation der Berliner Charité liegt. Auch seine Frau und vier Kinder werden in Berlin medizinisch überwacht.
Kritik an WHO
US-Außenminister Marco Rubio warf der WHO vor, bei der Erkennung des Ausbruchs „etwas zu spät“ gewesen zu sein. Tedros wies dies zurück und betonte, dass die WHO in einer hochkomplexen Umgebung schnell gehandelt habe. Hilfsorganisationen kritisieren zudem Kürzungen in der internationalen Entwicklungshilfe, die die Ausbreitung begünstigt hätten. Die Diakonie Katastrophenhilfe plant Präventionsmaßnahmen, während der Virologe Stephan Becker von der Universität Marburg eine Eindämmung innerhalb weniger Monate für unwahrscheinlich hält – die Fallzahlen seien bereits zu hoch.
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