Eichenprozessionsspinner breitet sich in Deutschland weiter aus
Wichtige Fakten
- • Die Brennhaare der Raupen enthalten Nesselgift und Widerhaken.
- • Symptome reichen von Juckreiz bis zu Atemnot und anaphylaktischem Schock.
- • Klimawandel mit milden Wintern begünstigt die Ausbreitung der Art.
- • Bekämpfung erfolgt u.a. durch Absaugen, Abbrennen oder Nematoden.
- • In NRW werden Sexuallockstoffe per Paintball getestet.
Gefahren des Eichenprozessionsspinners
Der braun-graue Falter sieht harmlos aus, seine Raupen aber können für Menschen und Tiere gefährlich werden. Die winzigen Brennhaare der Raupen enthalten Nesselgift und Widerhaken. Bei Kontakt – etwa über die Luft – entsteht starker Juckreiz, der bei Reibung noch verstärkt wird. Mögliche Symptome sind Hautausschläge mit Quaddeln, bei Einatmung Atembeschwerden, bei Augenkontakt Bindehautentzündung. Selten können auch Schwindel, Übelkeit oder Fieber bis zum anaphylaktischen Schock auftreten.
Ausbreitung und Bekämpfung
Der wärmeliebende Nachtfalter stammt ursprünglich aus Süd- und Osteuropa, hat sich aber in den letzten 20 Jahren in Deutschland stark ausgebreitet. Der Klimawandel mit milden Wintern und zunehmend warmen, trockenen Jahren begünstigt diese Entwicklung. Kommunen und Forstämter warnen vor Befällen, etwa in Rheinland-Pfalz, wo mit Hinweisschildern informiert wird. Bekämpfungsmethoden variieren: Raupennester werden abgesaugt oder abgebrannt, wobei die Anwender doppelte Schutzanzüge tragen müssen. Es gibt Fraßstoff-Ringe oder Nematoden (Fadenwürmer). Karlsruhe setzt Neemöl ein, Trier mehr als 3000 Nisthilfen für Vögel. In NRW wird eine innovative Methode getestet: Sexuellockstoffe werden mit Paintball-Gewehren in Eichenkronen geschossen, um die Männchen zu verwirren und die Paarung zu reduzieren. Die Methode ist noch nicht zugelassen, zeigt aber Erfolg.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.