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International 12.03.2026, 03:40 Aktualisiert: 12.03.2026, 23:07

Eskalation im Persischen Golf: UN verurteilt Iran, Ölreserven werden freigegeben und humanitäre Krise verschärft sich

Der UN-Sicherheitsrat verurteilt mit 13 von 15 Stimmen Irans Angriffe auf Golfstaaten und fordert das Ende der Blockade der Straße von Hormus.

Wichtige Fakten

  • Der UN-Sicherheitsrat verurteilt mit 13 von 15 Stimmen Irans Angriffe auf Golfstaaten und fordert das Ende der Blockade der Straße von Hormus.
  • Die USA geben ab kommender Woche 172 Millionen Barrel aus strategischen Ölreserven frei, IEA-Mitgliedsländer insgesamt 400 Millionen Barrel.
  • Iran setzt Angriffe auf Energieinfrastruktur fort: Tanklager in Bahrain und Oman wurden getroffen, Öltanker beschädigt, mindestens ein Toter.
  • Bei einem mutmaßlichen US-Angriff auf eine Mädchenschule im Iran starben etwa 170 Menschen, darunter viele Kinder.
  • Die Straße von Hormus ist de facto gesperrt, was etwa ein Fünftel des weltweiten Öltransports betrifft und die Preise auf über 100 US-Dollar trieb.

Eskalation im Persischen Golf und internationale Reaktionen

Der Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran eskaliert weiter, mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die strategisch vitale Straße von Hormus. Diese Meerenge, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und ein Großteil des Flüssiggases transportiert wird, ist de facto gesperrt, nachdem iranische Angriffe die Handelsschifffahrt in der Region weitgehend zum Erliegen gebracht haben. Die Blockade hat die Ölpreise auf über 100 US-Dollar pro Barrel getrieben, den höchsten Stand seit Jahren. Iran droht sogar mit Preisen von 200 US-Dollar und erklärt Schiffe in Richtung USA, Israel und deren Partner zu legitimen Zielen.

UN-Sicherheitsrat verurteilt Iran und fordert Ende der Blockade

In einer bedeutenden internationalen Reaktion hat der UN-Sicherheitsrat mit 13 von 15 Stimmen eine Resolution verabschiedet, die Irans Angriffe auf Golfstaaten wie Bahrain, Kuwait, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verurteilt. Die Resolution fordert das sofortige Ende dieser völkerrechtswidrigen Attacken und verurteilt ausdrücklich jegliche Handlungen, die die Schifffahrt durch die Straße von Hormus blockieren. Bemerkenswert ist, dass Russland und China, traditionelle Verbündete Irans, sich der Stimme enthielten und kein Veto einlegten. Die Resolution wird von 135 UN-Mitgliedstaaten unterstützt, darunter Deutschland. Der iranische Botschafter Amir Saeid Iravani kritisierte die Resolution scharf als "voreingenommen und politisch motiviert" und warf vor, die Rollen von Opfer und Angreifer umzukehren.

Massive Freigabe strategischer Ölreserven zur Marktberuhigung

Als direkte Antwort auf die Krise geben die USA ab kommender Woche 172 Millionen Barrel aus ihren strategischen Ölreserven frei, wie Energieminister Chris Wright mitteilte. Präsident Donald Trump, der unter innenpolitischem Druck durch steigende Treibstoffpreise steht, kündigte an, die Maßnahme werde die Preise wieder senken. Insgesamt pumpen die 32 Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur (IEA) 400 Millionen Barrel Rohöl auf den Weltmarkt, um die angespannten Märkte zu stabilisieren. Deutschland beteiligt sich mit 19,51 Millionen Barrel, obwohl es nur geringe Mengen Öl aus dem Nahen Osten bezieht, aus Solidarität mit stark betroffenen Partnern wie Japan und Südkorea. Trotz dieser Maßnahmen bleiben die Ölpreise auf hohem Niveau, da Sorgen über eine dauerhafte Blockade der Straße von Hormus anhalten.

Iran setzt Angriffe auf Energieinfrastruktur fort

Iran intensiviert seine Attacken auf die Energie-Infrastruktur in der Golfregion. In Bahrain wurden Treibstofflager nahe dem internationalen Flughafen getroffen, in Oman brannten Tanks im Hafen von Salala nach Drohnenangriffen. Bei Attacken auf zwei Öltanker vor der irakischen Küste wurde mindestens ein Besatzungsmitglied getötet, was zur vorübergehenden Schließung irakischer Ölterminals führte. Saudi-Arabien meldete den Abschuss mehrerer Drohnen, die auf Ölfelder zusteuerten, und in Dubai stürzte eine Drohne auf ein Wohngebäude. Diese Angriffe zielen darauf ab, die Kosten des Krieges für die Gegner in die Höhe zu treiben. US-Präsident Trump rief die Konzerne auf, trotz der iranischen Blockade die Straße von Hormus zu durchfahren, während die G7-Staaten ankündigten, Öltanker von Kriegsschiffen eskortieren zu lassen, was jedoch noch Wochen dauern könnte.

Humanitäre Krise und mutmaßlicher Angriff auf Mädchenschule

Neben den energiewirtschaftlichen Auswirkungen verursacht der Konflikt massive humanitäre Schäden. Laut UNHCR sind bis zu 3,2 Millionen Iraner vorübergehend vertrieben, über 1.300 Menschen starben und 17.000 wurden verletzt. Besonders tragisch ist der mutmaßliche Angriff auf eine Mädchenschule in der iranischen Provinz Hormusgan am 28. Februar, bei dem etwa 170 Menschen, darunter viele Kinder, ums Leben kamen. Medienrecherchen deuten darauf hin, dass der Angriff auf veraltete Zieldaten des US-Militärs zurückzuführen sein könnte, was auf einen "menschlichen Fehler in Kriegszeiten" hindeutet. Die US-Regierung hat eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt, während Iran die Verantwortung bei den USA sieht. UN-Hilfskoordinator Tom Fletcher warnte vor einer "rücksichtslosen militärischen Abenteuer" und forderte Aufklärung.

Wirtschaftliche Folgen und deutsche Konjunktursorgen

Der Konflikt belastet auch die Wirtschaft in der Golfregion und darüber hinaus. Der Welttourismusverband (WTTC) schätzt, dass der Tourismus in der Golfregion täglich Einnahmen von etwa 600 Millionen Dollar verliert, da Flughäfen wie Dubai, Abu Dhabi und Doha geschlossen oder stark eingeschränkt sind. In Deutschland sorgt der Anstieg der Energiepreise für Konjunktursorgen, obwohl Ökonomen vorerst nicht mit gravierenden Wachstumsfolgen rechnen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) prognostiziert für dieses Jahr ein Wachstum von 1,0 Prozent, betont jedoch die Notwendigkeit struktureller Reformen, um die Wirtschaft zu stärken. Die Unsicherheit über die Dauer des Konflikts könnte sich negativ auf Investitionen auswirken.

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