England droht Bau von „Todesfallen“ durch Überhitzung
Wichtige Fakten
- • Nur 50% der englischen Bebauungspläne verlangen Kühlstrategien.
- • 2700 Menschen starben 2026 bei Hitzewellen in England und Wales.
- • Neubau-Standard ab 2028 gilt nicht für Schulen und Pflegeheime.
- • 14% der umgebauten Büros in London keine offenbaren Fenster.
- • 11 Millionen Menschen in Gebieten mit unter 10% Baumschatten.
England riskiert nach Einschätzung von Planungsexperten den Bau einer neuen Generation von „Todesfallen“ durch überhitzende Gebäude. Eine Analyse des Royal Town Planning Institute (RTPI) und der Town and Country Planning Association (TCPA) ergab, dass nur etwa die Hälfte der lokalen Bebauungspläne Kühl- oder Lüftungsstrategien enthalten. Dies sei besonders für gefährdete Menschen in Hitzewellen lebensbedrohlich, betonte Celia Davis von der TCPA. Im Mai und Juni 2026 starben in England und Wales schätzungsweise 2700 Menschen infolge von Hitzewellen.
Während 99% der Pläne begrünte Infrastruktur vorsehen, nutzt nur ein Viertel ein anerkanntes Werkzeug zur Steuerung der Begrünung. Auch der ab 2028 geltende „future homes standard“ reicht laut Experten nicht aus, da er Überhitzung nicht vollständig verhindert, Kliniken und Schulen ausklammert, und keine Sonnenschutzvorrichtungen wie Jalousien vorschreibt. Hinzu kommen Problemfälle: Bei Umbauten von Büros zu Wohnungen gelten geringere Auflagen; eine Londoner Erhebung ergab, dass 14% dieser rund 120.000 Wohnungen keine zu öffnenden Fenster haben.
Unabhängig davon fordert der Woodland Trust mehr Bäume zur Kühlung in Wohngebieten. In England beträgt die durchschnittliche Baumüberschirmung nur 17,5%, und besonders Menschen mit niedrigem Einkommen leben in „Baumwüsten“. Eine Überhitzung sei nicht nur eine Frage des Komforts, sondern werde zunehmend zu einer Überlebensfrage.
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