Ernteeinbußen durch Trockenheit: Bauernverband fordert Soforthilfen
Wichtige Fakten
- • Deutscher Bauernverband erwartet unterdurchschnittliche Getreideernte 2026.
- • In Süddeutschland droht totaler Ertragsausfall, vor allem bei Herbstkulturen.
- • Bauernpräsident Rukwied fordert höhere Düngemittelbeihilfe und Dieselsteuer-Senkung.
- • Steuerfreie Risikoausgleichsrücklage gefordert, um schwierige Jahre zu überbrücken.
- • Hitze sorgt für Futtermangel, vereinzelt Tiere früher schlachten.
Ernteprognose
Der Deutsche Bauernverband rechnet aufgrund der anhaltenden Trockenheit mit erheblichen Ernteeinbußen. Bauernpräsident Joachim Rukwied erklärte, dass man von einer unterdurchschnittlichen Ernte bei Getreide, insbesondere Weizen und Raps, ausgehe. Auch für Herbstkulturen wie Kartoffeln, Gemüse, Zuckerrüben, Körnermais und Sojabohnen werden erhebliche Ertragseinbußen erwartet. In südlichen Teilen Deutschlands sei sogar ein totaler Ertragsausfall möglich, während die Lage im Norden etwas besser sei.
Wirtschaftliche Lage
Die Trockenheit führt auch dazu, dass kein Futter mehr nachwächst, was die Landwirte zwingt, Tiere früher zu schlachten. Rukwied beschreibt die ökonomische Situation als "brutal angespannt": Hohe Kosten für Betriebsmittel stünden niedrigen Produktpreisen gegenüber. Die Nachfrage nach Liquiditäts- und Überbrückungsdarlehen sei hoch.
Forderungen an die Politik
Der Bauernverband verlangt von der Politik Sofortmaßnahmen: eine Erhöhung der EU-Düngemittelbeihilfe von 60 auf 180 Millionen Euro, die Auszahlung von 80 Prozent der EU-Direkthilfen bereits im Oktober sowie eine deutliche Senkung der Dieselsteuer bis mindestens Ende November. Zudem pocht Rukwied auf die Einführung einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage und fordert schnellere Züchtungen hitzetoleranter und widerstandsfähigerer Sorten.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.