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Inland 31.03.2026, 17:43

Erster dokumentierter Wolfsangriff auf Menschen in Deutschland löst Debatte aus

Ein Wolf biss eine Frau in einer Hamburger Einkaufspassage – erster dokumentierter Angriff auf Menschen seit der Wiederansiedlung 1998.

Wichtige Fakten

  • Ein Wolf biss eine Frau in einer Hamburger Einkaufspassage – erster dokumentierter Angriff auf Menschen seit der Wiederansiedlung 1998.
  • Das Tier wurde später an der Binnenalster gefangen und in ein Wildgehege gebracht, wo es tiermedizinisch versorgt wird.
  • Experten zufolge handelt es sich wahrscheinlich um einen jungen Wolf in der Abwanderungsphase, der versehentlich ins Stadtgebiet gelangte.
  • Der Bundesrat hat kürzlich ein Gesetz gebilligt, das den Abschuss von sogenannten Problemwölfen erleichtert, wenn sie Zäune überwinden und Weidetiere reißen.
  • In Niedersachsen gab es in den letzten zwölf Monaten etwa 200 Übergriffe mit über 1.000 verletzten oder getöteten Weidetieren.

Erster dokumentierter Wolfsangriff in Deutschland

In Hamburg hat ein Wolf mitten in der Stadt eine Frau in einer Einkaufspassage an der Großen Bergstraße gebissen – der erste dokumentierte Angriff auf einen Menschen in Deutschland seit der Wiederansiedlung der Wölfe ab 1998. Die Frau wurde ambulant behandelt und konnte die Klinik noch am Abend verlassen; der Wolf floh zunächst, wurde später an der Binnenalster gefangen und in ein Wildgehege gebracht, wo er tiermedizinisch versorgt wird.

Hintergründe und Experteneinschätzungen

Experten wie Frank Faß vom Wolfcenter Dörverden betonen, dass Angriffe auf Menschen in Europa extrem selten sind – zwischen 1950 und 2020 wurden 127 Übergriffe verzeichnet, davon 107 durch tollwütige oder kranke Tiere. Die Hamburger Umweltbehörde geht davon aus, dass es sich um einen jungen Wolf in der Abwanderungsphase handelt, der versehentlich ins Stadtgebiet gelangte. Wölfe gelten normalerweise als scheu und meiden Menschen, doch in diesem Fall führte die ungewöhnliche Situation zum Biss.

Politische Reaktionen und Wolfsmanagement

Der Vorfall hat die Diskussion um das Wolfsmanagement neu entfacht: Der Bundesrat hat kürzlich ein Gesetz gebilligt, das den Abschuss von sogenannten Problemwölfen erleichtert, wenn sie Zäune überwinden und Weidetiere reißen. In Niedersachsen, wo die meisten Wölfe leben, gab es in den letzten zwölf Monaten etwa 200 Übergriffe mit über 1.000 verletzten oder getöteten Weidetieren. Politiker wie Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) und der Deutsche Jagdverband fordern ein kontrolliertes Bestandsmanagement, während die CDU die sofortige Aufnahme des Wolfs in das Hamburger Jagdrecht verlangt.

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