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Wirtschaft 09.02.2026, 14:53 Aktualisiert: 09.02.2026, 19:05

Weltbiodiversitätsrat warnt: Unternehmen riskieren durch Naturzerstörung ihr eigenes Aussterben

Der IPBES-Bericht warnt: Unternehmen tragen trotz Abhängigkeit von Biodiversität zu deren Zerstörung bei und riskieren ihr eigenes Fortbestehen.

Wichtige Fakten

  • Der IPBES-Bericht warnt: Unternehmen tragen trotz Abhängigkeit von Biodiversität zu deren Zerstörung bei und riskieren ihr eigenes Fortbestehen.
  • 2023 flossen 7,3 Billionen US-Dollar in naturzerstörende Aktivitäten plus 2,4 Billionen in umweltschädliche Subventionen - dem standen nur 220 Milliarden für Naturschutz gegenüber.
  • Weniger als 1% der öffentlichen Unternehmensberichte erwähnen ihre Auswirkungen auf die biologische Vielfalt.
  • Die industrielle Entwicklung bedroht 60% der indigenen Gebiete, deren Wissen aber in Wirtschaftsentscheidungen kaum berücksichtigt wird.
  • Der Bericht fordert klare Metriken und Werkzeuge, damit Unternehmen ihren Beitrag zum Naturschutz messbar machen können.

Abhängigkeit und Risiko

Ein neuer Bericht des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) unterstreicht mit neuer Dringlichkeit die existenzielle Abhängigkeit der Wirtschaft von intakten Ökosystemen. Die Wissenschaftler warnen, dass Unternehmen durch ihre aktuellen Aktivitäten nicht nur die Natur zerstören, sondern damit auch ihre eigene Zukunft aufs Spiel setzen – sie riskieren im schlimmsten Fall ihr eigenes 'Aussterben'. Jedes Unternehmen sei direkt oder indirekt auf die Natur angewiesen, etwa durch materielle Inputs oder die Regulierung von Umweltbedingungen, betonen die Autorinnen und Autoren.

Finanzielle Schieflage

Die finanzielle Schieflage ist enorm: Während 2023 globale Finanzströme mit direkten negativen Folgen für die Natur bei schätzungsweise 7,3 Billionen US-Dollar lagen (plus 2,4 Billionen für umweltschädliche Subventionen), standen dem nur 220 Milliarden für den Biodiversitätsschutz gegenüber. Diese Diskrepanz verdeutlicht, wie sehr wirtschaftliche Anreize oft gegen den Naturschutz wirken. Co-Autor Matt Jones vom UN World Conservation Monitoring Centre warnt, dass Unternehmen entweder den Wandel vorantreiben oder 'letztendlich das Aussterben riskieren – sowohl von Arten in der Natur, aber möglicherweise auch ihr eigenes'.

Ursachen und Lösungsansätze

Besonders kritisch ist die Rolle der Landwirtschaft, die als Haupttreiber des Artensterbens gilt, obwohl sie selbst auf Vielfalt angewiesen ist. Der Bericht appelliert an Unternehmen, endlich umzudenken und fordert konkrete politische, rechtliche und soziale Rahmenbedingungen für den Wandel. Zentral ist dabei die respektvolle Einbeziehung des Wissens indigener Völker, deren Gebiete zu 60% bedroht sind, die aber kaum gehört werden. Erfolgsgeschichten wie die Steart Marshes in Somerset zeigen einen Weg: Dort schaffen extensive Rinderhaltung und neu angelegte Überflutungsflächen Lebensraum für Tiere und Pflanzen, schützen Dörfer vor Hochwasser und liefern hochwertiges Rindfleisch.

Handlungsbedarf

Für eine breite Umsetzung brauchen Unternehmen jedoch klare Metriken und Werkzeuge, um ihren ökologischen Fußabdruck zu managen. Der Report ist ein klarer Weckruf: Der Schutz der Biodiversität ist keine Nebenabteilung, sondern eine Überlebensfrage für jedes Boardroom. Fast drei Jahre lang haben 80 Experten aus Wissenschaft, Privatwirtschaft und indigenen Gemeinschaften an diesem Bericht gearbeitet, um Handlungsoptionen aufzuzeigen und die Erreichung internationaler Naturschutzziele zu unterstützen.

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