EU-Außenbeauftragte Kallas wehrt sich bei Münchner Sicherheitskonferenz gegen US-Kritik
Wichtige Fakten
- • EU-Außenchefin Kaja Kallas weist US-Vorwürfe der 'dekadenten' Europa-Zivilisation als 'euro-bashing' zurück.
- • Kallas betont, dass viele Länder wie Kanada der EU beitreten wollen und Europa Werte wie Menschenrechte verkörpert.
- • US-Außenminister Marco Rubio fordert von Europa Anpassung in Migration, Freihandel und Verteidigungsausgaben für Zusammenarbeit.
- • Kallas sieht Russland als 'gebrochene' Macht mit 1,2 Millionen Verlusten im Ukraine-Krieg, warnt aber vor Verhandlungserfolgen.
- • Europäische Führer wie Christine Lagarde sehen Krise als Chance für mehr europäische Einheit und strategische Unabhängigkeit.
EU-Verteidigung gegen US-Kritik
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas wies auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 scharfe US-Kritik an Europa zurück, die sie als 'modisches Euro-Bashing' bezeichnete. Sie bestritt, dass Europa einer 'Zivilisationsauslöschung' gegenüberstehe, und betonte, dass viele Länder wie Kanada Interesse an einem EU-Beitritt hätten. Kallas verwies auf europäische Werte wie Menschenrechte und Pressefreiheit, wobei Estland im Weltpressefreiheitsindex auf Platz 2 und die USA auf Platz 58 liegen.
Transatlantische Spannungen und Ukraine-Fokus
US-Außenminister Marco Rubio forderte in seiner Rede, dass Europa sich in Migration, Freihandel und Verteidigungsausgaben an US-Führung anpassen müsse, um gemeinsam zu arbeiten. Kallas antwortete, einige Äußerungen seien an ein US-internes Publikum gerichtet. Sie betonte, dass Russland nach über einem Jahrzehnt Konflikt und 1,2 Millionen Verlusten im Ukraine-Krieg 'gebrochen' sei, warnte aber davor, dass Moskau durch Verhandlungen mehr erreichen könnte als auf dem Schlachtfeld.
Europäische Reaktionen und Einheitsbestrebungen
Andere europäische Führer wie EZB-Präsidentin Christine Lagarde argumentierten, dass Europa in Krisen stärker werde und forderte mehr strategische Unabhängigkeit. Hillary Clinton kritisierte die Trump-Administration scharf für ihre Ukraine-Politik. Während die EU die ukrainische Mitgliedschaft priorisiere, sah Kallas einen Beitritt bis 2027 als unrealistisch an. Die Konferenz verdeutlichte die Notwendigkeit für Europa, Verteidigungsproduktion und Zusammenarbeit zu verstärken.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.