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International 24.03.2026, 02:04 Aktualisiert: 24.03.2026, 15:05

EU und Australien schließen Freihandelsabkommen nach achtjährigen Verhandlungen

Das Abkommen nach achtjährigen Verhandlungen wurde von Ursula von der Leyen und Anthony Albanese in Canberra unterzeichnet.

Wichtige Fakten

  • Das Abkommen nach achtjährigen Verhandlungen wurde von Ursula von der Leyen und Anthony Albanese in Canberra unterzeichnet.
  • Australien schafft 99% seiner Zölle auf EU-Waren ab, was europäischen Unternehmen jährlich 1 Milliarde Euro spart.
  • Die EU erhält zollfreie Importquoten für australisches Rindfleisch: 17.000 Tonnen zollfrei plus 13.800 Tonnen zu vergünstigten Sätzen.
  • Australien ist der weltweit größte Lithiumlieferant und soll die EU unabhängiger von chinesischen Rohstoffimporten machen.
  • Das Abkommen muss noch juristisch überprüft, in 24 EU-Amtssprachen übersetzt und von den Parlamenten ratifiziert werden.

Abkommen nach achtjährigen Verhandlungen

Die Europäische Union und Australien haben nach achtjährigen Verhandlungen ein umfassendes Freihandelsabkommen unterzeichnet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der australische Premierminister Anthony Albanese besiegelten das Abkommen in Canberra. Albanese bezifferte den wirtschaftlichen Nutzen für Australien auf jährlich etwa sieben Milliarden Dollar. Die EU will sich damit den Zugang zu wichtigen Rohstoffen wie Lithium, Kobalt und Seltenen Erden sichern, um unabhängiger von China zu werden, das derzeit den Großteil der europäischen Rohstoffimporte liefert.

Konkrete Handelserleichterungen und Zollabbau

Australien schafft nach Angaben aus Brüssel fast alle seine Zölle auf EU-Waren ab - 99 Prozent der Zölle sollen wegfallen, was europäischen Unternehmen eine jährliche Ersparnis von einer Milliarde Euro an Zollgebühren bringt. Die EU-Kommission rechnet mit einer Steigerung der Exporte nach Australien um bis zu 33 Prozent auf jährlich 17,7 Milliarden Euro. Davon könnten vor allem der Maschinenbau und die Chemiebranche profitieren. Australische Zölle auf Wein, Sekt, Obst, Gemüse und Schokolade entfallen sofort, auf Käse über drei Jahre.

Rohstoffzugang und Agrarkompromisse

Die EU importiert vor allem Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Wasserstoff und Seltene Erden aus Australien - mit dem Abkommen fallen auch für diese Produkte Zölle. Australien ist der weltweit größte Lithiumlieferant und verfügt über Rohstoffe, die für saubere Technologien wie Elektroautos und Windturbinen entscheidend sind. Bei Agrarprodukten hat die EU Obergrenzen für die zollfreie Einfuhr von Rind-, Schaf- und Ziegenfleisch sowie Zucker, Reis und Weizen ausgehandelt. Beim Rindfleisch sind 17.000 Tonnen jährlich zollfrei vorgesehen, wenn die Rinder mit Gras und Heu gefüttert wurden, plus weitere 13.800 Tonnen zu vergünstigten Zollsätzen.

Weitere Vereinbarungen und nächste Schritte

Das Abkommen vereinfacht auch den Handel mit Dienstleistungen, erkennt Standards gegenseitig an und erleichtert die Arbeit von EU-Fachkräften in Australien. Australien will zudem eine Reihe von Fahrzeugstandards aus der EU anerkennen und Änderungen an einer Steuer auf Luxusautos vornehmen, von denen vor allem die deutsche Autoindustrie profitieren könnte. Das Abkommen muss nun juristisch überprüft, in alle 24 EU-Amtssprachen übersetzt und von den Parlamenten ratifiziert werden, was in der Regel mehrere Monate dauert.

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