EVG droht mit bundesweiten Blockaden im Regionalverkehr ab Januar
Wichtige Fakten
- • EVG droht ab Januar 2027 Dienstpläne zu blockieren, wenn kein Gesetz kommt.
- • 2025 registrierte die Bundespolizei 5.600 Gewaltdelikte in Zügen und Bahnhöfen.
- • Neue Zahlen: 2.690 Angriffe auf DB-Beschäftigte 2025, elf Prozent mehr als 2024.
- • 200 zusätzliche Sicherheitskräfte und 2.000 Bodycams bei der Bahn eingeführt.
- • Täter im Fall Çalar zu zehn Jahren Haft verurteilt.
EVG verschärft Ton
Ein halbes Jahr nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz erhöht die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) den Druck auf die Bundesregierung. Sollte das Strafmaß für Angriffe auf Zugpersonal nicht bald verschärft werden, will die Gewerkschaft ab Januar 2027 die Dienstpläne im Regionalverkehr nicht mehr genehmigen. EVG-Chef Martin Burkert drohte: "Sonst legen wir im Januar den Betrieb lahm." Er zeigte sich enttäuscht von der Politik: "Seitens der Politik gab es betroffene Gesichter und große Worte, aber keine Taten."
Unverändert hohe Gewalt
Laut Ralf Damde, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei DB Regio, werden statistisch täglich acht Bahnmitarbeiter attackiert. "Keiner weiß vor seiner Schicht, ob er gesund wieder nach Hause kommt", so Damde. Die Bundespolizei registrierte 2025 insgesamt 2.690 Angriffe auf DB-Beschäftigte – ein Anstieg von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Februar 2026 war ein 36-jähriger Zugbegleiter bei einer Fahrscheinkontrolle tödlich verletzt worden; der Täter wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt.
Bahn reagiert mit Maßnahmen
Die Deutsche Bahn rüstet ihre Mitarbeiter verstärkt mit Bodycams aus: Rund 2.000 Beschäftigte haben die Geräte bereits erhalten. Zudem wurden 200 zusätzliche Sicherheitskräfte eingestellt und ein "Hilferufknopf" weiterentwickelt, der eine unauffällige Alarmierung ermöglicht. Das Justizministerium hat angekündigt, den Gesetzentwurf zum Schutz besonders gefährdeter Berufsgruppen – der bislang nur Rettungsdienste und medizinisches Personal erfasst – möglicherweise auf Bahnmitarbeiter auszuweiten, doch eine Entscheidung steht noch aus.
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