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Politik 09.05.2026, 12:27 Aktualisiert: 09.05.2026, 18:04

Festnahme und Misshandlung von Journalisten in Somalia

Guardian-Reporter Mohamed Bulbul und zwei weitere Journalisten in Mogadischu festgenommen.

Wichtige Fakten

  • Guardian-Reporter Mohamed Bulbul und zwei weitere Journalisten in Mogadischu festgenommen.
  • Sie wurden von der US-ausgebildeten Anti-Terror-Polizei geschlagen und verhört.
  • Die Festnahme steht im Zusammenhang mit Berichten über gefolterte Gefangene.
  • Somali belegt Platz 126 von 180 im Pressefreiheitsindex.
  • Seit 2010 wurden über 50 Medienprofis in Somalia getötet.

Festnahme und Misshandlung von Journalisten

Der Guardian-Reporter Mohamed Bulbul wurde gemeinsam mit den Journalisten Abdihafid Nor Barre und Abdishakur Mohamed Mohamud am Freitagabend in einem Restaurant in Mogadischu festgenommen. Die Männer gaben an, von Mitgliedern der US-ausgebildeten Anti-Terror-Polizeieinheit Somlias mit Pistolen geschlagen und anschließend stundenlang verhört worden zu sein. In den frühen Morgenstunden des Samstags wurden sie wieder freigelassen.

Politischer Hintergrund

Medien und Abgeordnete verurteilten die Festnahmen als rechtswidrig und politisch motiviert. Sie erfolgen im Zuge eines verschärften Vorgehens der Regierung gegen Kritiker, während die Amtszeit des Präsidenten am 15. Mai endet. Oppositionelle werfen der Regierung vor, Repressionen gegen Journalisten und Aktivisten zu intensivieren, anstatt sich mit wachsender öffentlicher Wut über Zwangsvertreibungen und Landraub zu befassen.

Verbindung zum Fall Sadia Moalim Ali

Es wird angenommen, dass Bulbuls Festnahme mit seiner Berichterstattung über den Fall der 27-jährigen Rikschafahrerin Sadia Moalim Ali zusammenhängt, die friedlich protestiert hatte und im Gefängnis gefoltert worden sein soll. Der Guardian hatte am Donnerstag einen Artikel von Bulbul veröffentlicht, in dem Ali über ihre Misshandlung im Zentralgefängnis von Mogadischu berichtete. Die drei Reportern drohte Polizeichef Mahdi Omar Mumin, sie sollten über die geplanten Proteste schweigen, ansonsten stünde ihnen nur noch der „Tod“ bevor.

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