DAX bricht ein: Iran-Konflikt belastet Märkte und Industrieproduktion
Wichtige Fakten
- • Der DAX fällt um 1,6% auf 24.304 Punkte nach vorherigen Gewinnen.
- • Der Ölpreis (Brent) steigt deutlich, bleibt aber unter 100 Dollar pro Barrel.
- • Die USA kontrollieren ein iranisches Frachtschiff nach einem Angriff in der Straße von Hormus.
- • Der BDI erwartet Stagnation der Industrieproduktion 2026 statt Wachstum.
- • Investoren hoffen auf eine Einigung vor Ende der Waffenruhe am Mittwoch.
Marktentwicklung und Hintergründe
Die Furcht vor einer Fortsetzung des Krieges am Persischen Golf macht die Anleger nervös, sodass der DAX zum Wochenstart um 1,6 Prozent auf 24.304 Punkte fällt. Dies folgt auf Euphorie am vergangenen Freitag, als der DAX nach iranischen Öffnungsankündigungen für die Straße von Hormus um 2,3 Prozent auf 24.702 Punkte gestiegen war. Die Stimmung drehte sich erneut, nachdem der Iran die Straße am Samstag wieder sperrte und die USA mit einer Seeblockade und dem Angriff auf ein iranisches Frachtschiff für Spannungen sorgten. Experten wie Thomas Altmann von QC Partners betonen, dass die Freitagsgewinne aktuell hinfällig sind, während Michael Brown von Pepperstone erwartet, dass ein Großteil dieser Gewinne wieder abgegeben wird, da sich der Markt zu weit vorgewagt habe.
Ölpreise und konjunkturelle Auswirkungen
Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent steigt deutlich, bleibt aber unter 100 Dollar pro Barrel, nachdem er am Freitag um über neun Prozent gefallen war. Diese Schwankungen spiegeln die geopolitischen Spannungen wider und treiben die Energiepreise nach oben, was Inflationssorgen bei den Anlegern verstärkt und die konjunkturelle Erholung ausbremst. Marktbeobachter der Helaba weisen darauf hin, dass die Währungshüter unter Zugzwang geraten könnten, während die EZB in der kommenden Woche über den Leitzins entscheidet. Zudem rechnet der Industrieverband BDI aufgrund des Iran-Kriegs nicht mehr mit Wachstum bei der Industrieproduktion in diesem Jahr, sondern bestenfalls mit Stagnation, was die Sorgen in der deutschen Industrie unterstreicht.
Ausblick und Investorenhoffnungen
Investoren hoffen nun auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran, bevor die vereinbarte Waffenruhe in der Nacht zu Mittwoch (MESZ) endet. Jochen Stanzl von der Consorsbank warnt, dass neue Spannungen die Schwankungsintensität erhöhen könnten, und betont, dass Anleger ein Signal benötigen, dass die aktuelle Phase den Beginn des Kriegsendes markiert. Sollte der Iran nicht an Gesprächen teilnehmen, könnten Anleger deutlich risikoscheuer reagieren. In dieser Woche werden wirtschaftliche Daten wie die ZEW-Umfrage und der ifo-Index mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt, um die Auswirkungen auf die Konjunktur besser einschätzen zu können.
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