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Inland 10.04.2026, 08:32 Aktualisiert: 10.04.2026, 10:03

Gewalt gegen Lehrkräfte in Deutschland nimmt deutlich zu

Die Zahl der erfassten Fälle vorsätzlicher einfacher Körperverletzung gegen Lehrkräfte stieg 2024 auf 1.283.

Wichtige Fakten

  • Die Zahl der erfassten Fälle vorsätzlicher einfacher Körperverletzung gegen Lehrkräfte stieg 2024 auf 1.283.
  • Die Fälle von Gewaltkriminalität gegen Lehrer stiegen von 268 im Jahr 2015 auf 557 im Jahr 2024.
  • Die Auswertung basiert auf einer parlamentarischen Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion zur Sicherheit im öffentlichen Dienst.
  • Neben Lehrern nahm auch Gewalt gegen Feuerwehr-, Rettungsdienst- und Polizeimitarbeiter zwischen 2018 und 2024 zu.
  • Bundesjustizministerin Hubig hat einen Gesetzentwurf für härtere Strafen bei Angriffen auf Einsatzkräfte vorgelegt.

Zunahme der Gewalt

Die Zahl der Gewalttaten gegen Lehrkräfte in Deutschland hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Laut einer Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), die einer parlamentarischen Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion zugrunde liegt, stieg die Zahl der erfassten Fälle vorsätzlicher einfacher Körperverletzung gegen Lehrer 2024 auf 1.283. Zum Vergleich: In den Jahren 2015 bis 2023 lagen die Zahlen zwischen 717 und 1.017 Fällen, wobei 2021 mit 564 Fällen ein Rückgang aufgrund von Schulschließungen während der Corona-Pandemie verzeichnet wurde.

Entwicklung bei Gewaltkriminalität

Auch bei schwereren Gewaltdelikten wie Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub oder gefährlicher Körperverletzung ist ein Anstieg zu beobachten. Die Zahl solcher Taten gegen Lehrkräfte stieg von 268 Fällen im Jahr 2015 auf 557 Fälle im Jahr 2024. Die PKS erfasst dabei nur Straftaten, bei denen die Tatmotivation in Beziehung zur beruflichen Tätigkeit steht.

Weitere betroffene Berufsgruppen und politische Reaktion

Nicht nur bei Lehrern, sondern auch bei Mitarbeitern von Feuerwehren, Rettungsdiensten und Polizei nahm die erfasste Zahl der Gewaltdelikte zwischen 2018 und 2024 zu. Bundesjustizministerin Hubig (SPD) hat im Dezember einen Gesetzentwurf vorgelegt, der härtere Strafen für Angriffe auf Einsatzkräfte vorsieht, darunter Freiheitsstrafen von mindestens sechs Monaten statt bisher mindestens drei Monaten.

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