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International 01.04.2026, 04:00 Aktualisiert: 01.04.2026, 06:03

Globale Betrugsmasche: Chinesische Scammer hinter Paket-SMS

Betrugssoftware 'Magic Cat' aus China steuert globale SMS-Phishing-Kampagnen.

Wichtige Fakten

  • Betrugssoftware 'Magic Cat' aus China steuert globale SMS-Phishing-Kampagnen.
  • Über 300 Scammer agieren von China oder Hongkong aus, Schaden in Milliardenhöhe.
  • Chinesische Behörden greifen nicht ein, Opfer in China sind kaum betroffen.
  • Ermittlungen in Deutschland werden oft eingestellt, Täter nicht ermittelbar.
  • Nach Abschaltung tauchen ähnliche Programme wie 'Magic Mouse' auf.

Zusammenfassung

Internationale Recherchen von BR, NRK und Le Monde enthüllen eine globale Betrugsmasche, bei der gefälschte Paket-SMS von chinesischen Scammern verschickt werden. Die Betrüger nutzen die Software 'Magic Cat' und das Netzwerk 'Darcula', um persönliche Daten und Geld zu stehlen, mit einem geschätzten Schaden in Milliardenhöhe. Über 300 Täter agieren von China oder Hongkong aus, während chinesische Behörden die Aktivitäten offenbar tolerieren, da kaum Opfer in China selbst betroffen sind.

Technische Details und Reaktionen

Die Analyse einer Datenbank mit Millionen Einträgen zeigt, dass die Scammer ihre Fake-Webseiten vor dem Versand testen und IP-Adressen auf China verweisen. Opfer in Deutschland berichten, dass Polizeiermittlungen oft eingestellt werden, da die Täter nicht ermittelbar sind. Nach der Abschaltung von 'Magic Cat' tauchten ähnliche Programme wie 'Magic Mouse' auf, was Experten als 'Hydra-Effekt' beschreiben. Chinesische Experten betonen, dass Peking die technischen Möglichkeiten hätte, die Betrugsaktivitäten einzudämmen, aber nicht handelt.

Politische Forderungen

Politiker wie der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter und die Linken-Digitalpolitikerin Donata Vogtschmidt fordern die Bundesregierung auf, das Thema in bilaterale Gespräche mit China zu bringen. Sie kritisieren China für die Toleranz der Betrugsmasche und sehen darin eine Beihilfe zum organisierten Verbrechen. Die chinesische Botschaft in Berlin reagierte nicht auf Anfragen zu den Rechercheergebnissen.

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