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Gesellschaft 08.04.2026, 12:53 Aktualisiert: 08.04.2026, 18:02

Griechenland plant Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige ab 2027

Griechenland will ab 1. Januar 2027 Social Media für unter 15-Jährige verbieten.

Wichtige Fakten

  • Griechenland will ab 1. Januar 2027 Social Media für unter 15-Jährige verbieten.
  • Premier Mitsotakis nennt Angstzustände, Schlafprobleme und süchtig machendes Design als Gründe.
  • Griechenland fordert ein EU-weites digitales Mündigkeitsalter von 15 Jahren mit Altersverifikation.
  • Australien hat bereits ein Verbot für unter 16-Jährige eingeführt, andere Länder erwägen ähnliches.
  • Soziale Plattformen kritisieren pauschale Verbote als ineffektiv und schwer durchsetzbar.

Griechenland plant Verbot ab 2027

Griechenland will ab dem 1. Januar 2027 den Zugang zu sozialen Medien für unter 15-Jährige verbieten, wie Premierminister Kyriakos Mitsotakis angekündigt hat. Die Maßnahme zielt darauf ab, junge Menschen besser vor negativen Auswirkungen wie Angstzuständen, Schlafproblemen und dem süchtig machenden Design von Plattformen wie Instagram, Facebook oder TikTok zu schützen. Mitsotakis betonte in einer Videobotschaft, dass Kinder viele Stunden vor Bildschirmen verbringen und dadurch wachsendem Druck durch ständige Vergleiche und Online-Kommentare ausgesetzt seien.

EU-weite Initiative mit konkreten Vorschlägen

Griechenland strebt eine koordinierte EU-weite Regelung an und hat in einem Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Einführung eines digitalen Mündigkeitsalters von 15 Jahren vorgeschlagen. Konkrete Vorschläge umfassen eine verpflichtende Altersverifikation für unter 15-Jährige auf allen Plattformen, ein EU-weites Verbot für diese Altersgruppe und eine regelmäßige Überprüfung des Alters alle sechs Monate. Dieses Vorgehen orientiert sich an anderen Ländern wie Australien, das bereits ein Verbot für unter 16-Jährige eingeführt hat, und ähnlichen Überlegungen in Großbritannien, Frankreich, Österreich, Spanien, Dänemark und Polen.

Breite Unterstützung und Kritik

Umfragen zeigen eine breite Unterstützung für solche Verbote in mehreren europäischen Ländern, wobei in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien Mehrheiten von 68% bis 79% dafür sind. Gleichzeitig gibt es Skepsis bezüglich der Wirksamkeit, etwa in Großbritannien, wo 54% ein Verbot als wenig effektiv einschätzen. Soziale Medienunternehmen argumentieren, dass pauschale Verbote ineffektiv, schwer durchsetzbar und potenziell isolierend für vulnerable Teenager sein könnten. In den USA wurden Meta und Google kürzlich in einem Gerichtsverfahren für den schädlichen Einfluss ihrer Plattformen auf die psychische Gesundheit verantwortlich gemacht, was die Debatte weiter anheizt.

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