Hinrichtungen in Nordkorea während Pandemie drastisch gestiegen
Wichtige Fakten
- • Mindestens 153 Hinrichtungen während Corona-Pandemie.
- • Häufigste Delikte: Religion, Aberglaube, ausländische Kultur.
- • Konsum von K-Dramen und K-Pop gilt als Bedrohung.
- • Über 70% der Hinrichtungen waren öffentlich.
- • NGO wertete Aussagen von über 250 Nordkorea-Flüchtlingen aus.
Anstieg der Hinrichtungen während der Pandemie
Während der Covid-19-Pandemie sind die Hinrichtungen in Nordkorea drastisch angestiegen. Laut einem Bericht der in Seoul ansässigen NGO Transitional Justice Working Group (TJWG) wurden von Januar 2020 bis Ende 2024 mindestens 153 Menschen hingerichtet oder zum Tode verurteilt. Zum Vergleich: In den fünf Jahren vor der Pandemie waren es nur 44 Todesurteile. Die häufigsten Delikte standen im Zusammenhang mit Religion, Aberglaube und ausländischen Kultureinflüssen – darunter der Konsum von K-Dramen und K-Pop. Zwischen 2015 und 2019 waren die Hinrichtungen unter internationalem Druck zurückgegangen, nach einer UN-Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen. Mit der Grenzschließung 2020 stiegen die Zahlen jedoch wieder sprunghaft an.
Todesurteile wegen südkoreanischer Popkultur
Das Regime sieht in der Verbreitung südkoreanischer Popkultur eine ideologische Bedrohung.So wurden 2024 zwei Jugendliche zu zwölf Jahren Zwangsarbeit verurteilt, weil sie K-Dramen geschaut und weitergegeben hatten. Insgesamt wurden von 2011 bis 2024 mindestens 358 Menschen hingerichtet. Die NGO betont, dass die öffentlichen Hinrichtungen (über 70 % aller Fälle) der Abschreckung dienen. Die TJWG sammelte Aussagen von über 250 nordkoreanischen Überläufern. Experten befürchten, dass die Hinrichtungen weiter zunehmen könnten, um die Macht für eine vierte Erbfolge zu sichern.
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