Neue Rekordhitze in Großbritannien und Frankreich: Zahl der Todesopfer steigt
Wichtige Fakten
- • Großbritannien verzeichnet 35,1°C in Kew Gardens, neuer Mai-Rekord.
- • In Wales 32,3°C in Cardiff zum zweiten Mal in Folge.
- • Acht Tote in Frankreich, darunter Deutsche an Atlantikküste.
- • Wasserknappheit in Teilen Kents: 800 Haushalte ohne Wasser.
- • Frankreich: Lokal bis zu 38-39°C erwartet, Ozonwerte überschritten.
Neue Rekorde in Großbritannien und Wales
Die Hitzewelle in Europa hat am Dienstag erneut zu historischen Temperaturrekorden geführt. In den Kew Gardens in Südwest-London wurden 35,1 Grad Celsius gemessen – der zweite Mai-Rekord in Folge nach 34,8 Grad am Montag. In Wales übertraf die Temperatur in Cardiff mit 32,3 Grad den am Vortag in Hawarden aufgestellten Rekord von 32,2 Grad. Der britische Wetterdienst Met Office betonte, dass die bisherigen Mai-Rekorde von 32,8 Grad innerhalb von zwei Tagen um ganze zwei Grad übertroffen wurden. Sechs orangefarbene Hitzewarnungen gelten für weite Teile Englands, mit erheblichen Auswirkungen auf Gesundheits- und Sozialdienste.
Frankreich: Todesfälle und Waldbrandgefahr
In Frankreich sind mittlerweile sieben Todesopfer mit der Hitzewelle in Verbindung gebracht worden, darunter eine 56-jährige Deutsche, die an der Atlantikküste ertrunken ist. Der französische Wetterdienst Météo France erklärte den Montag zum heißesten Mai-Tag seit Aufzeichnungsbeginn und warnte, dass solche Temperaturen vor 30 oder 40 Jahren nicht möglich gewesen seien – eine klare Folge des Klimawandels. Für 13 Departements gilt die Warnstufe Orange. In Paris überschritt die Temperatur am Dienstag 34 Grad, Angestellte suchten Schutz vor der Sonne. Die Luftqualität hat sich verschlechtert: Erste Ozon-Grenzwerte wurden überschritten. Die Feuerwehren riefen zu erhöhter Wachsamkeit vor Waldbränden auf. Die French Open in Roland Garros mussten aufgrund 33 Grad auf den Plätzen eine Hitzeunterbrechung in Betracht ziehen. Für Donnerstag hat Premierminister Lecornu eine Kabinettssitzung zur Bilanz der Katastrophe anberaumt.
Klimaaussichten: Dürre, Sommerbrand und politische Reaktionen
In Großbritannien sehen Experten die extremen Temperaturunterschiede als 'climate whiplash', ein Klima-Schleudertrauma, dass auf trockene Sommer nasse Winter folgen. Der volkswirtschaftliche Schaden für die britische Landwirtschaft könnte erheblich sein. In Frankreich und Spanien wird die Hitzewelle mindestens bis zum Wochenende erwartet, möglicherweise noch über das britische Wetterereignis hinausreischend.
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