Europa ächzt unter Rekordhitze: Zweite Hitzewelle für Juli zeichnet sich ab
Wichtige Fakten
- • Neuer Junirekord von 37,7 °C in Norfolk, UK aufgestellt.
- • Rote Extremwetterwarnungen in Polen, Slowakei, Rumänien und anderen Ländern.
- • Über 1.300 Hitzetodesfälle durch WHO seit 21. Juni gemeldet.
- • Met Office erwartet nächste Hitzewelle in UK Anfang Juli.
Rekordhitze und bleibende Gefahr in Europa
Die letzte Juniwoche 2026 brachte Rekordtemperaturen in Teilen Großbritanniens und Europas. Am Freitag wurde in Lingwood, Norfolk mit 37,7 °C ein neuer Junirekord für das Vereinigte Königreich aufgestellt, der den bisherigen Rekord von 35,6 °C aus dem Jahr 1957 überbot. Mindestens zehn weitere europäische Länder, darunter Tschechien, Deutschland, Polen und Dänemark, vermeldeten nationale Hitzerekorde. Rote Extremwetterwarnungen blieben in Polen, der Slowakei, Rumänien sowie Teilen des westlichen Balkans in Kraft, wo Temperaturen über 37 °C erwartet wurden. Erst am Dienstag wird in Budapest eine Höchsttemperatur von 40 °C vorhergesagt. Die Hitzewelle wird von Wissenschaftlern als beispiellos beschrieben: Der Berliner Autoverkehr kam teilweise zum Erliegen, und die Polizei setzte Wasserwerfer zur Abkühlung ein. Laut Umweltjournalist Ajit Niranjan vom Guardian sind die Behörden vielerorts unzureichend vorbereitet, da extreme Hitze früher im Jahr besonders gefährlich ist.
Gesundheitliche und politische Auswirkungen
Die Hitzewelle zeigte bereits fatale gesundheitliche Auswirkungen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnete seit dem 21. Juni über 1.300 hitzebedingte Todesfälle, davon etwa 1.000 allein in Frankreich. Diese Zahl dürfte noch steigen, sobald alle Daten vorliegen. Die hohe Sterblichkeit wird auf die Intensität der Hitze und die fehlende Anpassung zurückgeführt. Eine Gruppe von 26 führenden französischen Wissenschaftlern veröffentlichte daraufhin einen offenen Brief im Le Figaro, in dem sie Präsident Macron vorwerfen, unzureichendes Krisenmanagement zu betreiben. Kritiker montieren, dass trotz jahrelanger Warnungen die öffentlichen Maßnahmen noch immer auf historische Rekorde ausgerichtet seien, anstatt sich auf künftige Extremereignisse vorzubereiten.
Ausblick: Kommt eine zweite Hitzewelle?
Obwohl die aktuelle extreme Hitzephase in Westeuropa abklingt, warnen Meteorologen vor einem erneuten Anstieg der Temperaturen ab Juli. Das britische Met Office geht von einer möglichen Hitzewelle mit Temperaturen bis zu Mitte der 30er Jahre in England und Wales ab Anfang Juli aus, jedoch bestehe noch Unsicherheit. Stellvertretende Met-Office-Chef Anthony „Tony“ Wisson betonte gegenüber der BBC: „Obwohl eine Rückkehr zu Hitzebedingungen für einige Gebiete immer wahrscheinlicher wird, ist die Wahrscheinlichkeit extremer Spitzentemperaturen oder hoher Luftfeuchtigkeit wie in der vergangenen Woche derzeit gering.“ Europa erlebt einen Trend zu immer häufigeren und heftigeren Hitzewellen, angetrieben durch den Klimawandel. Der Guardian berichtet von Gefahren durch zeitgleiche Hitzewellen in gleichen Regionen, die zu mehr Todesfällen führen könnten. Behörden empfiehlt man, mehr in Gesundheitsvorsorge, kühle Orte und Frühwarnsysteme zu investieren.
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