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Klima 25.06.2026, 08:09 Aktualisiert: 25.06.2026, 10:02

Hitzewelle: Klimaleugner verbreiten alte Schlagzeilen und Falschaussagen

Stimmung: 35 #Klima #Wetter
Die Zahl heißer Tage in Deutschland hat sich seit 1950 vervielfacht.

Wichtige Fakten

  • Die Zahl heißer Tage in Deutschland hat sich seit 1950 vervielfacht.
  • Wetterkarten-Farben wurden 2005/14 kontrastreicher, nicht röter gemacht.
  • Alte Schlagzeilen wie „56 Grad“ beziehen sich auf nicht repräsentative Messungen.
  • Die Skala der Temperaturkarten wird saisonal angepasst, nicht nach oben verschoben.

Hitzewelle und Desinformation

Während extreme Hitze Deutschland erfasst, kursieren in sozialen Netzwerken diverse Behauptungen, die die aktuelle Hitzewelle verharmlosen oder den menschengemachten Klimawandel leugnen. Nutzer teilen alte Zeitungsschlagzeilen aus den 1950er- und 70er-Jahren mit reißerischen Überschriften, um zu suggerieren, heiße Sommer seien nichts Neues. Der Faktencheck der Tagesschau zeigt jedoch die Irreführung hinter diesen Posts: Die „56 Grad“-Schlagzeile der Bild-Zeitung von 1957 bezog sich auf die Temperatur in einer Bahnhofsuhr, nicht auf Lufttemperatur; eine weitere Schlagzeile prognostizierte 40 Grad in Essen, gemessen wurden nur 30,8 Grad. Solche Beispiele sollen den Eindruck erwecken, heutige Hitzewellen seien historisch nicht außergewöhnlich.

Faktenlage widerspricht Klimaleugnern

Tatsächlich zeigt die Statistik des Deutschen Wetterdienstes einen klaren Trend: Die mittlere Anzahl heißer Tage (≥30 Grad) lag im Zeitraum 1951–1990 fast durchgängig unter zehn Tagen pro Jahr, während seit 2010 in 13 Jahren mehr als 30 heiße Tage mit rund 20 heißen Tagen gemessen wurden. Auch die Durchschnittstemperatur stieg von 8,4 Grad (1960) auf 10,1 Grad (2025). Gesellschaftliche und technische Veränderungen wie der Ausbau der Wetterbeobachtung machen einen direkten Vergleich von Extremereignissen schwieriger, jedoch bestätigen Klima-Attributionsstudien, dass extreme Hitzeereignisse aufgrund der globalen Erwärmung häufiger und intensiver werden.

Wetterkarten und rote Farben

Vorwürfe, öffentlich-rechtliche Medien würden Wetterkarten manipulierend rot einfärben, widerlegt das ARD-Wetterkompetenzzentrum. Das Farbdesign wurde 2005 und 2014 kontrastreicher gestaltet. Temperaturkarten mit roten Farben für hohe Temperaturen basieren auf saisonalen Skalen, die im Sommer sogar niedrigere Rotstufen nutzen als im Herbst. Irreführende Vorher-Nachher-Vergleiche mischen häufig verschiedene Kartentypen (Wetterkarten mit Wetterphänomenen vs. Temperaturkarten). KI-generierte Bilder von getaggten Wetterkarten mit Lava sind zudem offensichtliche Fälschungen.

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