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Klima 25.08.2026, 09:03 Aktualisiert: 25.08.2026, 12:07

Indiens Green India Mission: Nur Bruchstücke des Waldversprechens umgesetzt

Green India Mission-Ziel um 97,57% verfehlt, Fortschritt als geringfügig eingestuft.

Wichtige Fakten

  • Green India Mission-Ziel um 97,57% verfehlt, Fortschritt als geringfügig eingestuft.
  • Waldland von der Größe Hongkongs für Projekte seit 2020 umgewidmet.
  • Madhya Pradesh führt bei Waldumwidmungen, etwa ein Viertel des nationalen Gesamt.
  • Audit kritisiert Methodik: Plantagen und Obstgärten werden als Wald gezählt.
  • Great Nicobar Project würde 700.000 Bäume fällen und indigene Gebiete bedrohen.

Kritik an Green India Mission

Indiens Vorzeigeprojekt zur Aufforstung, die Green India Mission, hat ihre Ziele massiv verfehlt. Laut dem obersten Rechnungsprüfer wurden seit 2014 nur 2,43% des angestrebten Waldzuwachses erreicht. Die Behörde bezeichnete den Fortschritt als „vernachlässigbar". Experten bemängeln zudem die Methodik der Regierung, die Plantagen, Obstgärten und Bambusflächen in die Waldbilanz einrechnet. Unabhängige Erhebungen zeigen, dass die tatsächliche Waldfläche möglicherweise stagniert oder zurückgeht.

Landumwidmung und ihre Folgen

Parallel zur Aufforstung werden seit 2020 erhebliche Waldflächen für Infrastruktur- und Rohstoffprojekte freigegeben – zusammen etwa von der Größe Hongkongs. Bergbau ist der Hauptverursacher, gefolgt von Straßen- und Bewässerungsprojekten. Besonders betroffen ist Madhya Pradesh, wo ein Viertel der nationalen Umwidmungen erfolgt. Wissenschaftler beobachten dort nicht nur den Verlust von Bäumen, sondern auch schrumpfende Gewässer und eine um 35% verringerte Artenvielfalt.

Great Nicobar als Symbol

Das umstrittene Great Nicobar Project zeigt den Zielkonflikt: Für einen Hafen, Flughafen und eine Kleinstadt sollen über 13.000 Hektar Wald weichen – in einem ökologisch sensiblen Gebiet mit geschützten indigenen Gruppen. Geowissenschaftler warnen vor schweren Erdbebenrisiken. Indiens Bemühungen, Verluste durch Ausgleichspflanzungen zu kompensieren, gelten als unzulänglich, da neu gepflanzte Wälder die Artenvielfalt natürlicher Wälder nicht ersetzen.

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