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International 18.02.2026, 10:30 Aktualisiert: 18.02.2026, 23:05

Iran bestellt deutschen Botschafter ein - Neue Gewalt bei Gedenkfeiern

Der Iran bestellte den designierten deutschen Botschafter Axel Dittmann wegen 'antiiranischer Aktivitäten' ein.

Wichtige Fakten

  • Der Iran bestellte den designierten deutschen Botschafter Axel Dittmann wegen 'antiiranischer Aktivitäten' ein.
  • Rund 250.000 Menschen demonstrierten in München gegen die iranische Führung - Rekord bei Iran-Demos.
  • Bei Gedenkfeiern in Abdanan schoss ein Sicherheitsbeamter auf Trauernde, die 'Tod dem Khamenei' riefen.
  • Laut HRANA starben bei Niederschlagung von Januar-Protesten über 7.000 Menschen, 53.000 wurden festgenommen.
  • Die USA und Iran führten in Genf Gespräche, bleiben aber laut Weißem Haus 'weit auseinander'.

Diplomatische Reaktion auf Münchner Demonstration

Der Iran hat den designierten deutschen Botschafter Axel Dittmann in Teheran einbestellt, wie der staatliche Rundfunk berichtete. Als Grund nannte die iranische Regierung 'antiiranische Aktivitäten' in Deutschland und 'destruktive' Positionen deutscher Politiker. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin bestätigte die Einbestellung, äußerte sich aber nicht weiter dazu. Bei einem Gespräch im Außenministerium in Teheran wurde Dittmann der Protest der iranischen Regierung übermittelt.

Hintergrund: Rekorddemonstration in München

Hintergrund der diplomatischen Maßnahme ist eine Großdemonstration gegen die iranische Führung, an der am Samstag in München rund 250.000 Menschen teilnahmen – so viele wie nie zuvor bei einer Iran-Demo in Deutschland. Zu dem Aktionstag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz hatte Reza Pahlavi aufgerufen, der im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs. Mehrere deutsche Politiker wie Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und Armin Laschet (CDU) zeigten sich solidarisch mit der Protestbewegung.

Gewalt bei Gedenkfeiern im Iran

Unterdessen eskalierte die Gewalt im Iran erneut: Bei Gedenkfeiern in Abdanan im Westen des Landes schoss ein Sicherheitsbeamter auf Trauernde, wie verifizierte Videos zeigen. Die Menschen hatten sich versammelt, um der bei Protesten im Januar Getöteten zu gedenken, und riefen dabei 'Tod dem Khamenei' – eine Referenz an den obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei. Der staatliche Rundfunk IRIB behauptete dagegen, die Veranstaltung sei friedlich verlaufen und Berichte über Verletzte oder Tote seien unwahr.

Kontext der anhaltenden Proteste

Die Spannungen verschärfen sich vor dem Hintergrund, dass der iranische Sicherheitsapparat Anfang Januar Massenproteste im Land brutal niederschlug, wobei nach Angaben des Aktivistennetzwerks HRANA über 7.000 Menschen ums Leben kamen und mehr als 53.000 festgenommen wurden. Die Proteste hatten sich Ende Dezember über Wirtschaftsfragen entzündet und sich schnell ausgeweitet. Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte die iranische Führung daraufhin scharf. Parallel dazu fanden in Genf Gespräche zwischen den USA und Iran statt, bei denen es laut US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt 'ein wenig Fortschritt' gab, man aber 'in einigen Fragen noch sehr weit auseinander' liege.

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