Israel setzt umstrittenes Pflanzengift im Libanon ein
Wichtige Fakten
- • Israel versprüht Glyphosat in hohen Konzentrationen im Südlibanon.
- • Das Herbizid schädigt Landwirtschaft, Wasserqualität und Artenvielfalt langfristig.
- • Ziel ist eine entlaubte Pufferzone, um Hisbollah-Verstecke zu reduzieren.
- • UNIFIL verzeichnete über 10.000 Waffenruhe-Verstöße durch Israel seit dem Waffenstillstand.
- • Die israelische Armee äußert sich nicht zu den Vorwürfen.
Einsatz von Glyphosat im Südlibanon
Die israelische Armee hat im Süden des Libanons Glyphosat in hohen Konzentrationen versprüht, ein von der WHO als wahrscheinlich krebserregend eingestuftes Totalherbizid. Die UN-Mission UNIFIL wurde vorab informiert, jedoch als Verstoß gegen Resolutionen gewertet. Der libanesische Landwirtschaftsminister Nizar Hany spricht von einer Katastrophe, da die Dosis 30- bis 50-mal höher als üblich ist und die Landwirtschaft nach bereits durch weißen Phosphor verursachten Schäden weiter zerstört.
Ziele und Auswirkungen
Experten wie Kristian Brakel von der Heinrich-Böll-Stiftung sehen zwei Hauptgründe: Entlaubung zur Verhinderung von Hisbollah-Verstecken und Schaffung einer entvölkerten Pufferzone, um die Rückkehr von Zivilisten zu blockieren. Dies passt zu Berichten über gezielte Angriffe auf Baufirmen. Die langfristigen Folgen umfassen Kontamination von Böden, Bedrohung der Lebensmittelsicherheit und Artenvielfalt, wobei Erholung Jahre dauern könnte.
Politische Pattsituation
Die Lage ist festgefahren: Die Hisbollah weigert sich, Waffen abzugeben, solange Israel präsent bleibt, und die libanesische Regierung ist zu schwach, um einzugreifen. Israel schafft Fakten durch diese Maßnahmen, während die UNIFIL über 10.000 Verstöße gegen den Waffenstillstand zählt. Ähnliche Sprühaktionen werden auch aus Syrien gemeldet, doch die israelische Armee äußert sich nicht dazu.
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