Netanjahus Koalition zerbrochen: Neuwahl in Israel bis Oktober 2026
Wichtige Fakten
- • 110 von 120 Abgeordneten stimmten für die Auflösung des Parlaments.
- • Neuwahl muss zwischen Ende August und 27. Oktober 2026 stattfinden.
- • Streit um Wehrdienstausnahme für Ultraorthodoxe führte zum Koalitionsbruch.
- • Netanjahus Likud liegt in Umfragen vorn, aber Koalition erreicht nur 49-56 Sitze.
- • Oppositionslager unter Naftali Bennett und Yair Lapid könnte Netanjahu ablösen.
Neuwahl nach Koalitionsbruch in Israel
Die israelische Regierungskoalition unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist am Mittwoch zerbrochen – mit deutlicher Mehrheit stimmte die Knesset für die Auflösung des Parlaments. 110 der 120 Abgeordneten votierten für Neuwahlen. Der Hauptstreitpunkt war die geplante Wehrdienstausnahme für ultraorthodoxe Juden, die die Koalition letztlich spaltete. Der nächste reguläre Wahltermin liegt zwischen Ende August und dem 27. Oktober 2026.
Politische Lage und Umfragen
Netanjahus Likud-Partei liegt in Umfragen zwar vorn, doch sein rechter Koalitionsblock kommt nur auf 49 bis 56 Sitze, weit entfernt von einer stabilen Mehrheit. Das oppositionelle Lager, dominiert von Naftali Bennetts neuer Partei „Gemeinsam (Israel)“ und dem ehemaligen Ministerpräsidenten Yair Lapid, vereint 64 bis 71 Sitze. Allerdings bleiben arabische Parteien von einer möglichen Koalition ausgeschlossen. Ex-Militärchef Gadi Eisenkot und Avigdor Lieberman sind weitere Herausforderer Netanjahus. Die Wahl gilt als offen, rund 17-20 Prozent der Wähler sind unentschieden.
Ausblick und Analyse
Laut Politikberaterin Dahlia Scheindlin könnte ein Regierungswechsel zu einer weniger polarisierenden Politik führen, eine Kehrtwende in der Palästinenserpolitik sei jedoch unwahrscheinlich. Ein Endes von Netanjahus Ära sei möglich, aber nicht garantiert. Die internationale Unterstützung für Israel ist auf einem Tiefpunkt, während sich die israelische Öffentlichkeit weiter nach rechts bewegt.
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