Jahrhundertregen in Südeuropa und Nordafrika: Klimawandel verstärkt Extremniederschläge
Wichtige Fakten
- • Neun aufeinanderfolgende Stürme trafen Spanien, Portugal und Marokko seit Jahresbeginn.
- • Über 50 Menschen starben, Hunderttausende wurden evakuiert.
- • Die extremsten eintägigen Niederschläge waren um etwa ein Drittel intensiver als vor der Erwärmung.
- • Wirtschaftliche Schäden: Spanien 9 Mrd., Portugal 6,5 Mrd., Marokko 280 Mio. Euro.
- • Atmosphärische Flüsse und Blockierungslagen verstärkten die Stürme durch mehr Feuchtigkeit.
Sturmfolge mit verheerenden Folgen
Seit Jahresbeginn haben neun aufeinanderfolgende Stürme mit Starkregen Spanien, Portugal und Nordmarokko getroffen, was zu schweren Überschwemmungen führte. Über 50 Menschen kamen ums Leben, Hunderttausende mussten evakuiert werden, und es gab Stromausfälle sowie Unterbrechungen im Verkehrs- und Schulbetrieb. Besonders betroffen war Grazalema in Südspanien, wo innerhalb weniger Tage mehr Niederschlag fiel als sonst in einem ganzen Jahr.
Klimawandel als Verstärker
Eine Studie der World Weather Attribution zeigt, dass der menschengemachte Klimawandel die Extremniederschläge deutlich verstärkt hat. Die extremsten eintägigen Niederschlagsereignisse waren etwa ein Drittel intensiver als vor der globalen Erwärmung um 1,3 Grad Celsius. Im nördlichen Katastrophengebiet stieg die Niederschlagsintensität, die sich direkt auf CO2-Emissionen zurückführen lässt, um etwa elf Prozent.
Wetterphänomene und Anpassungsbedarf
Die Fluten entstanden durch eine Kombination aus atmosphärischer Blockierung, die Stürme umleitete, und "atmosphärischen Flüssen", die Feuchtigkeit vom Atlantik transportierten. Forschende mahnen, dass neben funktionierenden Frühwarnsystemen mehr Klimaanpassung in den betroffenen Ländern notwendig ist, um mit den bereits erreichten 1,3 Grad Erwärmung zurechtzukommen.
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